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10. JULI 2018

10.07.2018 | Tageskommentar

Bayreuths „Lohengrin“-Regisseur ist glücklich mit seinem neuen Titelhelden

Auszug aus „Neue Musikzeitung: Der aktuelle „Lohengrin“-Regisseur Yuval Sharon hat sich geradezu klassisch an das Hügel-Debüt herangearbeitet, das ihn traf, als es mit Alvis Hermanis (alles in allem – von seinen Statements bis zum Wiener Parsifal – wohl zum Glück!) in Bayreuth nichts wurde. Dass der 1979 in Naperville bei Chicago geborene Sohn aus Israel stammender Eltern ins Visier der Festspielleitung geriet, lag sicher auch daran, dass er im Karlsruher Ring das „Walküre“-Team angeführt hat.

Nach seinem Studium in Berkeley sammelte Sharon erste Regieerfahrungen als Assistent an der Deutschen Oper Berlin bei Daniel Libeskinds „Saint François d’Assise“, bei der „Aida“ von Graham Vick bei den Bregenzer Festspielen. Zu Wagner kam er durch seine Mitarbeit an Achim Freyers Ring in Los Angeles. Dort gründete Sharon eine freie Operngruppe. Bekannt wurde er mit unkonventionellen, grenzüberschreitenden Projekten… (Quelle: Neue Musikzeitung/nmz.de

Es klingt alles sehr vernünftig, was Herr Yuval zu sagen hat – aber in Programmheften steht manch Vernüftiges zu lesen. Entscheidend ist wohl die Umsetzung – und auf diese wollen wir unvoreingenommen warten.

Zu Bayreuth muss ich eine Richtigstellung bzw. Entschuldigung anbringen. Die gestern an dieser Stelle für einige Stunden aufgeschienene Info, nachdem die heuer „alleinstehende Walküre“ nur deshalb im Programm steht, weil sie im Januar in Abu Dhabi gezeigt werden soll, ist falsch! Der im Internet stöbernde Informant hat sich um ganze 10 Jahre geirrt (2008 war es tatsächlich so). Dem umtriebigen Dirigenten wäre ein derartiger Deal durchaus zuzutrauen gewesen – dem ist aber nicht so. Wir bedauern die Fehlinformation und versprechen Besserung!

Bayreuths „Elsa“ ist zeitgleich zu den Proben auch Münchens „Arabella“

Anja Harteros und Thomas J. Mayer. Foto: Wilfried Hösl

Gisela Schmöger Berichtet aus München: Anja Harteros ist die Idealbesetzung für die Rolle der Arabella. Sie verstand es sängerisch wie darstellerisch, jede Facette dieser eleganten, selbstbewusstenjungen Dame, die in Mandryka endlich den „Richtigen“ findet, darzustellen. Ihre Phrasierung der großen weitgespannten Melodiebögen war einfach wunderschön! Kongenialer Partner war ihr Thomas J. Mayer als Mandryka. Er verkörperte mit seiner großen Bühnenpräsenz den robusten, selbstbewussten, befehlsgewohnten, aber auch eleganten, sensiblen und verletzlichen Gentleman aus Slawonien ebenfalls ideal. ..

Zum Bericht von Gisela Schmöger

München: „Viel Spaß“ bei „Parsifal

Thomas Gottschalk ist zwar bei jeder Bayreuther Festspieleröffnung  dabei und flaniert dort über den roten Teppich. Seinen Interviews beim „Parsifal“ (Stream der Bayerischen Staatsoper) merkt man aber keine besondere Wagner-Kenntnis an.

Es ist peinlich, wenn man dem Pubikum „Viel Spaß bei Parsifal“ wünscht – was Gottschalk tat. Gut, der Bayerische BMW-Chef hat die selbe dumme Redewendung verwendet – aber der bzw. sein Unternehmen zahlt wenigstens dafür – er darf also Blödsinn reden. Thomas Gottschalk hingegen wird für seine peinlichen Wortspenden bezahlt.

Ist „Parsifal“ ein „Schenkelklopfer“? Angesichts dieser frommen Wünsche könnte man es vermuten!

Jonas Kaufmann bzw. Intendant Nikolaus Bachler wünschten „Viel Vergnügen bei Parsifal“ – das ist die Soft-Variante von „Viel Spaß“ und geht gerade noch durch.

Warum kann man nicht einfach einen schönen Abend wünschen? Das ist zwar nicht originell, aber auch nicht peinlich!

„operklosterneuburg“: Gesammelte Pressekritiken über „La Traviata“

Kameliendame mit Doppelgängerinnen
Die Oper Klosterneuburg feiert heuer mit Giuseppe Verdis „La traviata“, dem letzten Werk der Trilogia popolare, ihr 25-jähriges Bestehen. Am Samstagabend (7.7.) fand die Premiere im sommernächtlichen Kaiserhof des Stifts Klosterneuburg bei perfekten Wetterbedingungen statt.
DrehpunktKultur
Die Blumen der Violetta
Zu Beginn von Christiane Lutz’ Klosterneuburger Inszenierung von Giuseppe Verdis „La Traviata“ ist Violetta tot, ihre letzten Habseligkeiten werden versteigert. Das Bild in seiner grauen Kälte bleibt in Erinnerung – und auch, wie die Rückblende mit dem Auftritt Arthur Espiritus als Alfredo beginnt und aus seiner Erinnerung die Gegenwart des Dramas entsteht. Dann singt Arthur Espiritu seine ersten Phrasen mit strahlendem Tenor, und man weiß, dass man zumindest in einer Rolle Staatsopern-Niveau erleben wird.
Wiener Zeitung
„La Traviata“: Leichte Mädchen unter freiem Himmel
Verdis Oper in der Inszenierung von Christiane Lutz im Stift
Der Standard
La Traviata in Klosterneuburg
https://radioklassik.at/la-traviata-in-klosterneuburg/
In Klosterneuburg stirbt die Traviata viele Tode
KritikVerdis „Traviata“ im Kaiserhof, mit einem guten Liebespaar, aber etwas überambitioniert in Szene gesetzt
Die Presse

Oper in Tunesien – andere Länder, andere Sitten. Am Beispiel „Aida“

Das Publikum in der Arena von Carthago. Foto: Robert Quitta

Das Theater der italienischen Stadt Trapani gastierte dank seines umtriebigen Intendanten Giovanni de Santis in Tunesien. Gegeben wurde – naheliegenderweise – eine Neuinszenierung der bei Freiluftaufführungen so allseits beliebten „Aida“, und zwar zweimal: zuerst im römischen Amphitheater von El.Jem, und dann im römischen Theater von Carthago.

El Jem ist ein faszinierender Ort. Denn mitten in einer kleinen Stadt in der Fast-Wüste steht da dieses enorme Ding, dieses gigantische Trumm, dieses einstmals drittgrößte Amphitheater im Römischen Reich. Schon allein für sich sehr faszinierend(kein Wunder, dass etliche Szenen des „Galadiators“ hier gedreht wurden). Dazu kam dann noch das quirlige arabische Dorfleben rundherum, die Rufe des Muezzin zum Abendgebet (ganz kurz vor der Ouverture) und der aufgehende Mond über den Ruinen der Stützbögen.

Somit war der Abend eigentlich schon gerettet, noch bevor er begonnen hatte. Daran konnte auch die (besonders im ersten Teil) nichtendenwollende Unruhe in der Arena nichts ändern. Völlig enfesselte und rücksichtslose Photographen und Kameraleute, die sich um die besten Plätze – während der Aufführung ! – direkt vor der in der Mitte des Amphitheaters aufgebauten Bühne balgten, Platzanweiserinnen und Platzanweiser, die gemütlichst – auch auf der Spielfläche ! – herumspazierten, als fände rund um sie überhaupt nichts statt, usw.,usf…

Wie gesagt, dort herrschen andere Sitten, erlebt man Theater auch direkt mit und beschränkt sich nicht auf bloßes Zusehen. Grundfalsch? Also ich weiß nicht, manchmal nervt mich die total erzwungene Ruhe in unseren Theatern schon. In den Anfängen war Theater Kommunikation – nicht nur in den Pausen.

Zum Bericht von Robert Quitta

Grafenegg: Macht und Mord, Glaube und Lust in der Oper
In Grafenegg gab man Operneinakter aus den Zwanzigerjahren, einen von Krenek, zwei von Hindemith.
Gewalt in der Politik, in der Sexualität, in der Religion: Mit einem schon thematisch gewaltigen Programm fesselte eine Matinee des „Campus Grafenegg“. Drei Operneinakter aus den Zwanzigerjahren erfuhren auf musikalisch bestem Niveau eine Art Renaissance. Künstlerischer Leiter des „Campus“ – auf dem sich Nachwuchs mit Stars wie Thomas Hampson, Lera Auerbach und Franz Welser-Möst trifft – ist der rüstige Schweizer Leon Botstein, ein Dirigent mit Erfahrung im Umgang mit jungen Musikern, im Programmieren unter Berücksichtigung historischer Aspekte. Am Sonntag war das Motto: „Neue Sitten, neuer Geschmack: die Neuerfindung der Oper“.
Die Presse

London: Falstaff review at Royal Opera House, London – “a lavish production’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2018/falstaff-bryn-terfel-review

Royal Opera House 2017-2018 Review: Falstaff
Bryn Terfel Leads Brilliant Cast As Theatre Sparkles on the Opera Stage
http://operawire.com/royal-opera-house-2017-2018-review-falstaff/

Grindr: The Opera review at Above the Stag, London – “an amusing parody’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2018/grindr-opera-review-stag-london/

Idomeneo review at Opera House, Buxton – “an uneven staging’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2018/idomeneo-review-opera
Idomeneo, Buxton Festival review – revolution in the head

https://theartsdesk.com/opera/idomeneo-buxton-festival-review
Monsters of the mind: Idomeneo at the Buxton Festival

bachtrack

Gedanken zu Inszenierungskonzeptionen i. S. gesellschaftlicher Theaterreflektionen von Tim Theo Tinn
https://onlinemerker.com/gedanken-zu-inszenierungskonzeptionen-i-s-

 

Eine Kurzbesprechung des ODENSE-RING (Jasmin Solfaghari) ist online!

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand

REITSPORTLER HANS GÜNTER WINKLER GESTORBEN – ein Nachruf von Heinrich Schramm-Schiessl)

Unvergessener Ritt auf der „Wunderstute“ Halla

Heinrich Schramm-Schiessl verfasste den Nachruf (in voller Länge in unseren „Infos des Tages“ zu lesen: Ich bin ein großer Fan des Reitsports  – keine Sorge, ich habe noch nie einem Pferd zugemutet, mich tragen zu müssen – und so gestatte ich mr ein paar Zeilen des Gedenkens an Hans Günter Winkler, einem der ganz Großen des Springsports, der heute im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

Heute verstarb der deutsche Springreiter Hans Günter Winkler im 91. Lebensjahr.  Er galt nicht nur als einer der besten Springreiter aller Zeiten sondern darüber hinaus als einer der erfolgreichsten Sportler überhaupt, der auch über den Sport hinaus einer breiteren Öffentlichkeit bekannt war. Er war zwar ob seiner introvertierten und extrem sachbezogenen Art nicht unbedingt ein Symphatieträger, wurde aber als große Persönlichkeit geachtet. Er gewann insgesamt 5 Olympische Goldmedaillen, davon eine im Einzel und vier mit der Mannschaft und wurde zweimal Weltmeister. Daneben gewann er praktisch alle grossen Turniere weltweit. Weltberühmt wurde er bei den Olympischen Reiterspielen 1956 in Stockholm…

Heute geht die Fußball-WM in das Semifinale: keine Angst, am Sonntag ist die WM Geschichte!

Die Häuser der Fußball-Weltstars – So lange kicken sie für ihre Millionen-Anwesen

Anlässlich des Favoritensterbens bei der Fußballweltmeisterschaft, zeigt diese Recherche, wie lange die Fußball-Elite auf dem Platz spielen muss, um die Kosten für Ihre Häuser zu bezahlen. Zusätzliche Daten zeigen zudem den durchschnittlichen Mietpreis in der Gegend, wo die Häuser der Fußballer stehen.

  • Neymar (Paris Saint-Germain) muss nur acht Minuten spielen, um die Kosten decken zu können, die er für die Miete seines Hauses für ein Jahr bezahlen muss.
  • Alle andere Spieler brauchen dafür deutlich länger, da es bei allen anderen um den Hauskauf  handelt. So ist Manuel Neuer (FC Bayern München) mit 180 Spielminuten – also zwei kompletten Spielen – auf Platz 2.
  • Am längsten braucht Sami Khedira (Juventus Turin) für sein Haus in Stuttgart: mit 1.922 Spielminuten – was etwa 21 Spielen entspricht.
  • Mehr Details in unseren „Infos des Tages“

    Diese Aufstellung soll keineswegs Neid schüren. Die Fußballer bekommen keinen Cent Subventionsgeld, müssen ihr Geld deshalb wert sein und das jeden Tag beweisen. Clubs wie auch deren Geldgeber sind keine karitativen Organisationen! 

Deutschland doppelter Verlierer: Schiedsrichter Brych hat schlechter als die Kicker abgeschnitten

Meist sind die von den ausgeschiedenen Ländern gestellten Schiedsrichter Gewinner einer WM, denn diese können ohne große Bedenken auf Manipulation zugunsten des Heimatlandes (etwa Mithilfe beim „Wunschgegner“ in der nächsten Runde) eingesetzt werden. Nicht so der Deutsche Dr. Felix Brych, ein Rechtsanwalt aus München. Der kann sich schon wieder um seine Anwaltskanzlei kümmern. Der Grund? Lassen Sie mich so formulieren: Durch die Wiener Ottakringerstraße sollte Herr Brych – wenn überhaupt – entweder nur mit Tarnkappe oder mit Vollvisierhelm gehen (Helm wäre sicherer, überhaupt nicht gehen am sichersten). Brych hat nämlich die Serben aus der WM gekickt – und sich selbst mit seiner Fehlentscheidung (nicht gegebener Elfer gegen die Schweiz nach Doppelfoul) gleich mit. Ich weiß nicht, ob es in München so etwas wie die Wiener Ottakringerstraße gibt (eine von Südslawen dominierte Straße) – dorthin würde ich an seiner Stelle überhaupt nicht gehen. Urlaub in Serbien?  das wäre grob fahrlässig!

Wer wird nun das Finale leiten? Auf keinen Fall ein Schiri, der heute beim Semifinale eingesetzt ist. Semifinale ist somit eine kleine „Schiedsrichter-Niederlage“.

Wer hat mir bisher besonders gefallen? Der Argentinier und der Holländer – auch der Herr Ricci wäre eine Überlegung wert.

Aber vielleicht zaubert der FIFA-Chef einen Afrikaner oder einen Asiaten aus dem Hut – er braucht ja für seine Wiederwahl die afrikanischen und asiatischen Stimmen. Auch diesbezüglich ist für Spannung gesorgt!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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