Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

10. FEBRUAR 2022 – Donnerstag

10.02.2022 | Tageskommentar

Leontyne Price. Foto: Wikipedia

Die Sopranistin Leontyne Price wird heute 95: Erst Vorreiterin, dann Nationalsymbol
Sie sang als erste schwarze Frau an der Mailänder Scala: Leontyne Price wurde von Karajan verehrt und von Fans vergöttert. Doch auch Diskriminierungserfahrungen prägten die Karriere des Opernstars. Die Afroamerikanerin musste sich über rassistische Vorurteile hinwegsetzen und hart um Rollen kämpfen. Am 10. Februar wird die große Sopranistin 95 Jahre alt.
BR-Klassik.de

Wiener Staatsoper: Die beiden nächsten Vorstellungen:

KARTEN FÜR MANON LESCAUT

KARTEN FÜR „DIE TOTE STADT“

WIEN / Staatsoper: „PETER GRIMES“ –   08.02.2022  –  LETZTE VORSTELLUNG

Die Omikron-Welle schwappt nun auch über die Kultur herein. Die „Jenufa“-Premiere im Theater an der Wien muss verschoben werden, das Raimund-Theater muss für mindestens eine Woche den Spielbetrieb einstellen, weil zu viele Krankheitsfälle im Ensemble des Musicals „Miss Saigon“ aufgetreten sind, die St. Petersburger Philharmoniker müssen ihre Europa-Tournee absagen etc. Auch die Staatsoper bleibt da nicht verschont. Weil so viele Krankheitsfälle im Staatsopernchor aufgetreten sind, konnten die letzten drei Vorstellungen von Benjamin Brittens „Peter Grimes“ nur stattfinden, weil Mitglieder des Arnold Schoenberg Chors durch beherztes Einspringen die krankheitsbedingen Lücken schließen konnten. Und in der letzten Vorstellung fielen nun die angesetzten Sänger für Ned Keene und Mr. Hobson und gleich beide Alternativbesetzungen für den kleinen John ebenfalls Corona-bedingt aus…

Zum Bericht von Walter Nowotny

London
Angela Gheorghiu begeistert als Tosca an der Royal Opera
Die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu rief mit ihrer sängerisch und schauspielerisch überragenden Tosca an der Londoner Royal Opera Begeisterungsstürme hervor. Ihr Landsmann und kongenialer Partner, der Tenor Stefan Pop, in seinem Aussehen fast eine Art Wiedergänger des unsterblichen Luciano Pavarotti, meisterte die Partie des Malers Mario Cavaradossi mit Bravour und überragender stimmlicher Stärke und Schönheit.
Von Dr. Charles Ritterband
Klassik-begeistert.de

Tosca, Royal Opera, review: Angela Gheorghiu returns in style, but there’s a new kid on the block (Subscription required)
Thetelegraph.co.uk

London
Georg Friedrich Händel, „Theodora“, Joyce Didonato, Royal Opera House
Joyce Didonato, Star des Abends brilliert als Irene in Händels Oratorium „Theodora“
Von Dr. Charles Ritterband
Klassik-begeistert.de

ANNA NETREBKO: AIDA-PROBE IN NEAPEL

 

ZUM VIDEO
https://dumpor.com/c/0726695086841939672

Moralisches Gewissen? Kirill Serebrennikov und seine „Anschieber“

Dieser Tage hatte die „Hänsel und Gretel“-Inszenierung von Axel Ranisch in Stuttgart Premiere. Eigentlich hätte Kirill Serebrennikov, in deutschen Landen wie in Bogdan Roscics Wiener Reich hoch gehypt, inszenieren sollen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Stuttgarts Intendant Viktor Schoner bei Serebrennikov gerne die Reissleine zu Gunsten von Ranisch gezogen hat, denn unproblematisch waren die Vorhaben der russischen „Moralischen Instanz“ nicht. Sergio Morabito, der früher in Stuttgart gewerkt hat, ist nun in Wien und es könnte sein, dass er in Wien seine Stuttgarter Versprechen erfüllt. Er hat Serebrennikov die Fortsetzung von „Hänsel und Gretel“ versprochen, sobald es dessen Situation erlaubt. Ob daraus der Wiener „Parsifal“ geworden ist? Dazu bedarf es freilich eines Chefs!

 

Zentralpunkt der „Gewissensfrage“ waren Ariane Gatesi und David Niyomugabo? Die beiden Kinder waren vor fünf Jahren vom Team um den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow in Ruanda aus intakten Familien ohne Hunger und Armut ausgewählt worden, um das Bild der Europäer von Afrika als dem Kontinent von Hunger und Armut bei seiner Hänsel und Gretel-Inszenierung, die zu bekräftigen.

Der Regisseur war sogar in Ruanda und fand dort nicht unbedingt das, was er suchte. Dort, wo er war, herrschten europäische Standards, dafür war er aber nicht nach Ruanda gekommen. Er suchte Lehmhütten, Armut, hungernde Kinder, Afrika eben, nicht Europa! Afrika so, wie es in den europäischen Medien beschrieben wird, Afrika, dem man zu helfen geradezu verpflichtet ist. Zwei Kinder fand er trotzdem und nahm sie nach Stuttgart mit – keine hungernden übrigens, sondern in Ruanda ganz gut behütete. Serebrennikov reagierte wegen der Situation angeblich unwirsch: „Eine schlechte Kopie Europas“. Nun, die Inszenierung kam so nicht zustande, weil zwischenzeitlich der Hausarrest gegen Serebrennikov verhängt wurde. Wie geht es den Kindern heute? Sie hatten ihre Schuldigkeit getan. Das Mädchen wurde nach Ruanda zurückgeschickt, der Bub wollte in Deutschland bleiben. Ob es gelungen ist und wie es ihm heute geht? Wir wissen es nicht.

Jetzt inszenierte Axel Ranisch „Hänsel und Gretel“ – ohne Kinder aus Ruanda!

Zukunftslose Süße des Jetzt
Wie Überflussgesellschaft unsere Lebensgrundlagen zerstört: Axel Ranisch inszeniert an der Staatsoper Stuttgart Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel”.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/zukunftslose-suesse-des-jetzt-17789599.html

Abgebrannter Märchenwald: Hänsel und Gretel an der Staatsoper Stuttgart
bachtrack.com

Stuttgart: Die Liebe zu drei Orangen,  8.2.2022  Wiederaufnahme

 

In Stuttgart wurde ‚Die Liebe zu 3 Orangen‘ von Sergej Prokofjew wieder aufgenommen, die im Dezember 2018 Premiere hatte, und die sich als sehr Repertoire-tauglich erwies. Die Regie von Axel Ranisch, der gerade sehr beachtete ‚Hänsel und Gretel‘ inszenierte, verpflanzt das Märchenstück von Carlo Gozzi in ein  Computerspiel mit einem Jungen Serjoscha (Lasse Pirkner, als einziger mit Gesichtsmaske!), der in einer „Kommandozentrale“ die Fäden des Stücks zieht, und nach seiner Gefangennahme durch Zauberer und Fata Morgana in dem Pixel-Tower durch seinen Vater Farfarello und Köchin ersetzt wird (wir berichteten mehrfach). Musikalisch präsentiert sich der Vierakter wie aus einem Guß und wird in seiner vielfach an Wagner und den Ring des Nibelungen erinnernden Komposition vom Staatsorchester unter der akkuraten Leitung Killian Farrells ganz bombastisch wiedergegeben.. .

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Bremen
„Ich übermale Dein Gesicht…“ – Hasti Molavians fulminante „Carmen“-Performance am Theater Bremen
NeueMusikzeitung/nmz.de

Festspiele Golling (5.7. – 30.8.)
Asmik Grigorian singt für Schmetterlingskinder
Die Festspiele Golling präsentierten am Dienstag ihr Programm. Neben Musik, Comedy, Lesungen und hochkarätigen Instrumentalisten kommt auch der gute Zweck nicht zu kurz: Opernstar Asmik Grigorian gibt ein Konzert zugunsten der Salzburger Spezialklinik für Schmetterlingskinder.
https://salzburg.orf.at/stories/3142410/

München/ Bayerische Staatsoper
Der Lamettawald und die große Frage nach dem Sinn:
Die bayerische Staatsoper präsentiert ein fantastisches Schlaues Füchslein
Von Barbara Hauter
Klassik-begeistert.de

London
Royal Opera House Review 2022: Bajazet
Adele Thomas Delivers a Gnarly & Historic Vivaldi Production at ROH
https://operawire.com/royal-opera-house-review-2022-bajazet/

Bajazet has its Royal Opera House debut after nearly 300 years
https://www.ft.com/content/bc36847a-c192-4384-80f8-6b8e26381cf7

Bajazet, Royal Opera House review
A superb production makes a mini masterpiece of an opera by Vivaldi – and friends
culturewhisper.com

MET Black History Month,für Marian Anderson begann das 1955 als Ulrica

Legendary contralto and civil rights pioneer Marian Anderson made her Met debut in 1955 as the first African American to sing a leading role with the company. Tonight at 9PM ET, @PBS will premiere American Masters–Marian Anderson: The Whole World in Her Hands, in celebration of her 125th birthday (on February 27) and #BlackHistoryMonth. The film invites audiences to discover Anderson’s life, career, art, and impact.

 

ZU INSTAGRAM

ESSEN/ Aalto-Theater: IL TRITTICO

Foto: Matthias Jung

Was wäre bei Giacomo Puccini denn ein anderes Thema, das drei so unterschiedliche Opern wie in seinem „Trittico“ miteinander verbinden könnte, wenn nicht die Liebe? So trivial die Feststellung klingt – denn fast alle Opern haben irgendetwas mit Liebe zu tun –, so grundlegend ist sie für Puccinis Experiment, drei Werke zu einem „Triptychon“ zu verbinden, die wie drei Flügel eines Kunstwerks einzeln stehen und doch zusammengehören…

Zum Bericht von Werner Häußner

Mödling/ Isabella Gregor: „Theater ist Austausch in unserem Leben“
Regisseurin Isabella Gregor sprach mit Gina Christof über Premieren und die Wichtigkeit von Theater
Niederösterreichische Nachrichten

WIEN / Bank Austria Kunstforum: DAVID HOCKNEY
INSIGHTS. Reflecting the Tate Collection
Von 10. Februar 2022 bis zum 19. Juni 2022, täglich 10 bis 19 Uhr, Freitag bis 21 Uhr

Copyright: Kunstforum

Spaziergang durch ein Künstlerleben

Er gehört zu den britischen Weltstars der Moderne, ca. 100 seiner Werke sind der Stolz der Tate Modern in London: David Hockney, der mit Kollegen wie Francis Bacon, Lucien Freud und Damien Hirst den Weltrang der modernen britischen Kunst festschreibt. Vor fünf Jahren, zu seinem 80er, gab es weltweit Großausstellungen. Nur Wien hat sich noch nie auf ihn konzentriert. Das holt das Kunstforum nun zu seinem bevorstehenden 85. Geburtstag mit „David Hockney: INSIGHTS. Reflecting the Tate Collection“ nach. Direktorin Ingried Brugger nennt Hockney eine „internationale Ikone“ und die Schau ihre persönliche Herzensangelegenheit.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Neue Vorwürfe gegen Boris Johnson wegen Lockdown-Partys: Ein Bild des britischen Premierministers mit einer offenen Sektflasche in der Nähe bei einer mutmasslichen Lockdown-Party setzt den Regierungschef unter neuen Druck. Die Zeitung «Daily Mirror» veröffentlichte das Foto, das Johnson mit drei Mitarbeitern in der Downing Street am 15. Dezember 2020 bei einem teilweise virtuellen Weihnachtsquiz zeigen soll.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Gremium zur Capitol-Attacke lädt Trumps Ex-Berater Navarro vor: Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des Capitols hat mit Peter Navarro einen weiteren früheren ranghohen Berater von Ex-Präsident Donald Trump vorgeladen. Das Gremium erhofft sich auch Informationen hinsichtlich Trumps Bemühungen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl zu kippen.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Angebliches Attentat auf libyschen Regierungschef: Am frühen Donnerstagmorgen sollen Angreifer das Auto des libyschen Ministerpräsidenten Abdul Hamid al-Dbeibah beschossen haben. Er blieb bei dem Anschlag jedoch unverletzt. Die Angreifer sollen laut der Nachrichtenagentur Reuters entkommen sein. Das Land befindet sich in einer anhaltenden Regierungskrise.
    Zum Bericht
  • Disney verzeichnet Umsatzsprung dank wachsendem Streaming-Geschäft: In den drei Monaten bis Anfang Januar kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar (20,16 Milliarden Franken). Unterm Strich verdiente Disney 1,1 Milliarden Dollar. Der Streaming-Service Disney+ übertraf die Prognosen mit 11,8 Millionen neuen Abonnenten im Quartal deutlich.
    Zu den neusten Wirtschaftsmeldungen
  • Amerikanische Sängerin Betty Davis gestorben: Die amerikanische Funk- und Soul-Sängerin sei am Mittwoch im Alter von 77 Jahren gestorben, wie das Magazin «Rolling Stone» unter Berufung auf einen engen Freund von Davis berichtete. Demnach starb die Ex-Frau der Jazz-Legende Miles Davis eines natürlichen Todes. Lieder wie «Get ready for Betty» hatten Einfluss auf die Musikszene unter anderem in New York Ende der 1960er Jahre.
    Zu den neusten Kulturmeldungen

Hört endlich damit auf, ständig für alles dankbar zu sein!

Der Dankbarkeits-Hype in sozialen Medien beruht auf einem Kategorienfehler: Echter Dank erfordert einen personalen Adressaten.

Nehmen wir an, eine Bekannte erklärt uns: „Gestern wäre ich fast von einem Dachziegel erschlagen worden. Ich bin dem Ziegel ja so dankbar, dass er mich verschont hat!“ Wir würden den Kopf schütteln, oder? Um Dingen dankbar zu sein, muss man sie beseelen. Das haben wir uns abgewöhnt, sieht man von rituellen Beschimpfungen defekter Geräte ab. Vielleicht sagt unsere Bekannte aber ja nur: „Ich bin so dankbar, dass ich unverletzt geblieben bin.“ Ein guter Anlass, sie zu fragen: „Dankst du dem lieben Gott? Bist du religiös?Wenn sie bejaht, wäre die Sachlage geklärt. Was aber, wenn sie verneint? Ich wäre dann ratlos. So wie mich auch der Dankbarkeits-Hype ratlos macht…

Die Presse.com

Underperformer: Nicht gut genug, um dazuzugehören?
Aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, ist schmerzhaft. Doch wenn die eigene Leistung nicht stimmt, nehmen viele lieber freiwillig Abschied: unglücklich, aber erleichtert.
spektrum.de

Daniel Serafin gehört heute zu den Top-Kulturevent-Managern in Österreich.  Dabei wollte er ursprünglich eigentlich als Sänger auf der Bühne stehen, hat aber rasch und vor allem rechtzeitig gemerkt, dass er damit nicht einmal in die Nähe der Spitze kommen würde. Also hat er umdisponiert – und ist nun tatsächlich an einer anderen Spitze!

Ähnlich ging es mir. Ich habe sehr gerne Fußball gespielt – aber leider nicht gut genug, um einer Mannschaft helfen zu können. Meinen Platz im Team verdankte ich dem Umstand, dass mein Vater den Verein gesponsert hat.

Das habe ich relativ schnell gemerkt. Selbsterkenntnis ist gar nicht so einfach, aber sich selbst anlügen ist ganz dumm! „Papa, spar Dir das Geld“. Der Papa hat es nicht ungern gehört, vor allem wusste er, dass sich sein Sohn richtig einschätzt!

Was habe ich als Kämpfernatur gemacht? Ich habe selbst einen Fußballverein aufgebaut, aber keineswegs, weil ich für bzw in diesem spielen wollte. Dass der Ball und ich nie dicke Freunde werden, habe ich zur Kenntnis genommen und die Konsequenzen gezogen. Ich wollte der Chef sein und war bereit, mich dafür voll einzubringen. Meine Stärken lagen in der Organisation und auch im Umgang mit Menschen, den Ball bin ich aus guten Gründen ausgewichen, ich wollte mich ja nicht enttarnen.

Meinen Verein habe ich in den Profibereich gebracht und galt zumindest in Wien als Fußballfachmann. Plötzlich war ich der Chef von Fußballern, denen ich als Spieler nicht einmal die Fußballschuhe nachtragen hätte dürfen.

Man kann mit dem Schicksal hadern, frustriert sein – man kann aber auch einen anderen Weg gehen! Damit möchte ich all jene ermutigen, die eigentlich nicht das machen, wozu sie befähigt wären, sondern Träumen nachhängen. 

Übrigens: Wie weit wäre Ioan Holender als Sänger gekommen? Auch er hat sich richtig eingeschätzt und ist in seinem Bereich an die Weltspitze gelangt. So weit habe ich es nicht gebracht – aber ich bin zufrieden!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

Diese Seite drucken