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10. FEBRUAR 2020 – Montag

10.02.2020 | Tageskommentar

Mirella Freni ist tot

Die italienische Sopranistin Mirella Freni ist am Sonntag in Modena gestorben. Die Sängerin, die am 27. Februar 85 Jahre alt geworden wäre, war Medienberichten zufolge schon seit längerer Zeit krank. Fünf Jahrzehnte lang sang sie auf den größten Opernbühnen der Welt und feierte auch an der Wiener Staatsoper Triumphe. Sie galt als Lieblingssängerin des legendären Dirigenten Herbert von Karajan.
Der Standard

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Raina Kabaivanska (die einzige auf dem Foto, die noch lebt), Luciano Pavarotti, Nicolai Ghiaurov und Mirella Freni

Wir werden in den nächsten Tagen wohl mehr auf die Sänger-Legende zurückkommen, heute werden die Nachrufe in der Redaktion eintreffen, umfangreiches Fotomaterial steht zur Verfügung!

Staatsoper Berlin: André Hellers quietschbunter Rosenkavalier


Foto: Ruth Waltz

Anton Schlatz berichtet aus Berlin: André Heller inszeniert den Rosenkavalier an der Staatsoper Unter den Linden als lustige, optisch ansprechende Komödie für Musik in der Zeit von Sezession, Klimt und Reformstil. Klimt an den Wänden, Aufbruchstimmung im Herzen? Auf Dauer fehlt diesem Rosenkavalier jedoch das Salz in der Suppe. Im Zentrum stehen eine souveräne, klug zurückhaltende Camilla Nylund als Marschallin und ein sonorer, bestimmter Günther Groissböck als Ochs, dessen Spiel etwas steifledern wirkt. Michèle Losier als Octavian, Nadine Sierra als Sophie und Roman Trekel als Faninal vervollständigen das gute Sängerensemble. Zubin Mehta serviert einen Rosenkavalier von intimem, fast kammermusikaliscachem Zuschnitt. Der Sinn für überlegene Phrasierung, für das Auskosten der Straussschen Linien fesselt. 
KonzertOpernkritikberlin

Berlin/ Staatsoper: Hellers „Rosenkavalier“ spaltet
Auch Buh-Rufe für den Regisseur, die Sänger werden aber bejubelt
http://www.musik-heute.de/20571/rosenkavalier-an-berliner-staatsoper-spaltet/

Aus dieser Zeitung darf ich nicht einmal zitieren, die sind sofort mit der Rechnung da. Sinngemäß steht in dieser ersten Kritik zu lesen, dass Hellers Deutung nicht nur Jubel provozierte, es waren auch deutliche Buh-Rufe zu vernehmen.  Bejubelt wurden die Sänger, allen voran Camilla Nylund und Günther Groissböck. Im Laufe des Tages werden mehr Kritiken eintreffen und wohl auch noch Diskussionsstoff für die nächsten Tage liefern

ORF 2 bringt heute im Kulturmontag ab 22,3o h einen Bericht vom Berliner „Rosenkavalier“

Erfurt: LOHENGRIN. Auch diesbezüglich gibt es gespaltene Meinungen. 

„Lohengrin. Foto: Lutz Edelhoff

Larissa Gawritschenko und Thomas Janda berichten :…Wie würde der Regisseur Hans-Joachim Frey an die Inszenierung in Erfurt herangehen? Darauf war das Publikum gespannt. Immerhin ist er gut bekannt als Inszenator des Dresdner Semperopernballes. In diesem Jahr hatte er ja bereits für Schlagzeilen mit der Preisverleihung des Sankt-Georg-Ordens für den ägyptischen Präsidenten gesorgt. Nach größerem öffentlichem Protest war er ein zweites Mal nach Kairo gereist, um den Orden wieder abzuholen.

Der Regisseur verlegt die Handlung in eine fiktive märchenhafte Zukunftswelt. Sie findet im Jahr 2050 statt. Lohengrin erscheint hier als ein vollkommen Außerirdischer, er kommt nicht aus einer anderen quasi menschlichen Welt, sondern von einem anderen Planeten. Der erste Akt beginnt vor leicht düsterer Kulisse, die aber auch futuristisch wirkt. Da kreisen kleine Flugzeuge und andere Luftobjekte vor grauem Hintergrund. Den Mittelpunkt der Bühne bilden aufgestellte Sarkophage, die verglast sind. Um sie herum, aber auch direkt auf ihnen spielt sich die Handlung ab. Hier wird der verschwundene Gottfried betrauert und der König verkündet den Gerichtskampf um Elsas Unschuld. Dann erscheint Lohengrin in einer Art überdimensionalem Handy. Eine Brücke senkt sich von oben auf die Bühne herab, über die Lohengrin den Bühnenboden betritt….

Zum Premierenberichtvon Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

Aus Hannover kam Christian Schütte angereist…Uwe Stickert debütierte – wie übrigens alle Solisten in ihren Partien – als Lohengrin. Er verfügt über eine hell und leicht gefärbte, sehr kultiviert und wunderbar schlicht geführte Stimme. Sie ist nicht sehr groß und kommt mit dem Lohengrin durchaus an die Grenze ihrer Kräfte – noch. Denn Stickert zeigte, wie intensiv er die Partie gestalten kann, hob sich seine ganze Konzentration allerdings für den für ihn so wichtigen dritten Akt auf. Ein Rollendebüt, das eine verheißungsvolle Entwicklung in dieser Partie verspricht, ein Lohengrin, wie er – stimmlich – sein soll, ätherisch klingend, eben wie nicht von dieser Welt. Ihm zur Seite war  Margarethe Fredheim Elsa. Ihre Stimme passt wunderbar zur Partie, und wenn sie die sicher dem Premierenabend geschuldete Nervosität und das teilweise recht starke Vibrato überwinden kann, wird sie noch mehr überzeugen können. Unvorteilhafte Kostüme standen insbesondere bei Lohengrin und Elsa der darstellerischen Entfaltung beider Sänger sehr im Weg…

Zum Premierenbericht von Christian Schütte

Schwerter zu Leuchtstäben: „Lohengrin“ in Erfurt
Regisseur Hans-Joachim Frey hatte im „Polit-Chaos“ (Sachsen TV) des von ihm verantworteten Semperopernballs nicht die erforderliche Aufmerksamkeit für die Schlussproben seiner „Lohengrin“-Inszenierung. Und Wagners dramaturgisch motiviertes Patriotismus-Dröhnen fand in der naiven Blechlastigkeit unter GMD Myron Michalidis nicht die sensible Deutung, welche man sich für dieses Prestigeprojekt im nur 24 Kilometer vom Uraufführungsort Weimar entfernten Theater Erfurt gewünscht hätte. Wohlwollender Beifall und laute Buhs.
Neue Musikzeitung/nmz.de

Opernkritik „Lohengrin“ in Erfurt: missraten und schade um die Zeit
Am Theater Erfurt hatte die romantische Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner Premiere. Musikalisch geleitet vom Generalmusikdirektor des Hauses, inszeniert von einem Gastregisseur, der dieser Tage für Schlagzeilen sorgte: Hans-Joachim Frey, Veranstalter des Dresdner Semperopernballs. Sein parallel inszenierter „Lohengrin“ missglückte vollkommen.
https://www.mdr.de/kultur/lohengrin-kritik-oper-erfurt-100.html

GRAZ: DON GIOVANNI. Mit Regie-Bildern zugepflastert. Premiere am 8.2.

Foto: Werner Kmetitsch

Aber ich bleibe dabei: „zu wenig Mozart und da Ponte, zu viel Stöppler“ – Graz muss weiterhin auf eine gültige Don-Giovanni-Produktion warten!

https://www.deropernfreund.de/graz-12.html

Die kalte Welt des modernen “Don Giovanni” in Graz
Kein zynischer, kalter Verführer, sondern eher ein kleinspuriger, etwas haltloser Lebemann ist Don Giovanni in der Inszenierung von Elisabeth Stöppler in der Grazer Oper. Er macht gerne Party, die Frauen sind zwar Opfer, aber keineswegs unschuldig, und mit dem Handy gefilmt wird gerne und oft. Das ergab am Samstag eine Premiere, die schlüssig war und mit feiner Musikqualität aufwarten konnte.
https://volksblatt.at/die-kalte-welt-des-modernen-don-giovanni-in-graz/
„Don Giovanni“ in Graz: Eine reizüberflutete Spaßgesellschaft
Mozarts „Don Giovanni“ am Opernhaus Graz: Musikalisch solide, inszenatorisch überzogen.
Kurier
Don Giovanni mit Sex, Lügen und Video
https://www.krone.at/2094744

„Konzertgänger in Berlin
Unhellernd: Cherubinis MÉDÉE an der Staatsoper: Hoppla, die Ex kommt!
Einen Tag, bevor an der Berliner Staatsoper Unter den Linden ein neuer Rosenkavalier in der Regie von André Heller (über dessen literarische Kunst der Wiener Germanist Wendelin Schmidt-Dengler, der Wortgott hab ihn selig, einst schrieb: „Diesen massiven Herausforderungen des Tiefsinns zu genügen, ist schlicht unmöglich“) Premiere feiert, gibt es eine Wiederbegegnung mit Luigi Cherubinis hörenswerter Médée. Über Andrea Breths etwas dröge Inszenierung fegt der frische, schnittige Wind des Dirigats von Oksana Lyniv. willkommene Wiederbegegnung mit
https://hundert11.net/unhellernd/

NEU in den Interviews: MARKO LETONJA : Musikchef in Bremen und Straßburg

Im Rahmen der aktuellen Neuproduktion des „Parsifal“ an der Opéra National du Rhin Straßburg sprach unser Redakteur Dirk Schauß mit dem musikalischen Leiter, Marko Letonja, der zugleich Musikchef des Straßburger Orchesters ist.

Das Gespräch fand eine Stunde vor Beginn der „Parsifal“ Vorstellung statt und bietet spannende Einblicke in Letonjas künstlerische Arbeit.

Marko Letonja. Foto-Copyright O.Kubiak

ZUM INTERVIEW (Dirk Schauß)

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Dresden/ Semperoperball. Fotos von Yusif Eyvazov

 

ZU INSTAGRAM – mit weiteren Fotos

Elektra“ Christine Goerke auf Stadtbesichtigung in Wien

Christine Goerke. Foto: Instagram

zu Instagram

„Orest“ Michael Volle dreht ein kurzes Video

 

Zu Instagram – Kürzestvideo

Wird diese Elektra nun zugunsten der alten Kupfer-Inszenierung „gekübelt“ – oder nicht?  Am 26.4. werden wir es erfahren (Spielplanpräsentation Roscic). Michael Volle wich der Antwort sehr diplomatisch aus: „Ich sehe die Inszenierung ja nie von vorne!“ Der Mann könnte Politiker werden, bei der Konkurrenz in Deutschland hätte er da gute Chancen!

DIE OSCAR-VERLEIHUNG – Die ersten bzw. wichtigsten Ergebnisse 
 
 

Sensation bei den Oscars 2020: „Parasite“ ist der Überraschungssieger
Als beste Hauptdarsteller werden Joaquin Phoenix und Renée Zellweger geehrt. Am meisten Oscars räumt überraschend der südkoreanische Film Parasite ab. Das favorisierte Kriegsdrama 1917 bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Die 92. Oscar-Nacht brachte großteils kaum Überraschungen. Gleich zu Beginn der Gala konnte Hollywood-Beau Brad Pitt (im bereits vierten Anlauf) wie erwartet die begehrte Goldstatuette für seine Rolle in „Once Upon a Time in Hollywood“ erobern. Auch der Preis für Laura Dern („Marriage Story“) als beste Nebendarstellerin war keine Überraschung. In den Hauptkategorien lief es nicht anders: Sowohl Joaquin Phoenix („Joker“) als auch Renée Zellweger („Judy“) – bereits zum zweiten Mal – konnten die Preise einheimsen.

Gewinner des Abends wurde aber überraschend der südkoreanische Film „Parasite“
https://www.oe24.at/kultur/oscars/Oscars-2020-Alle-Sieger-alle-Infos/416513477
 
Politik Deutschland: Annegret Kramp-Karrenbauer gibt auf: Im Präsidium der CDU kündigte sie ihren Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur und den Rücktritt vom Parteivorsitz an. Verteidigungsministerin soll sie bleiben – auf Merkels Wunsch.

Österreich: Heute gibt es Windspitzen bis 110 km/h – viel Regen am „ungemütlichen“ Dienstag

Sabine folgt Petra: Noch sind die Folgeschäden vom letzten Sturmtief „Petra“, das in der Vorwoche über Österreich gewütet hat, noch nicht vollständig beseitigt, da kommt heute schon das nächste auf uns zu. Und es steht fest: Auch „Sabine“ wird vielerorts deutliche Spuren hinterlassen.

„Der Sturm wird in zwei Staffeln auftreten“, sagte gestern Josef Haslhofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Heute, Montag, wird der Wind zwar heftiger als am zweiten Tag (Dienstag), dafür aber zeitlich konzentrierter ausfallen.

Ich wünsche dennoch einen schönen Tag!

A.C.

 

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