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1. SEPTEMER 2019 – Sonntag

01.09.2019 | Tageskommentar

Salzburg: Erneuter Jubel bereits vor Beginn der Vorstellung für Domingo. War es ein Eigentor für MeToo? Foto: Marco Borrelli/ Salzburger Festspiele

Ende gut, alles gut. Ein passendes Sprichwort, sowohl für die Salzburger Festspiele, als auch für das Auftreten Placido Domingos. Das Festival hatte seinen prächtigen musikalischen Abschluss, Domingo wurde wie bei der ersten Aufführung mit Standing Ovations begrüßt…

Zum Bericht von Johannes Marksteiner

Das ist ein Gewölbe. Lockert sich auch nur ein Ziegel – oder fällt er ganz raus, stürzt das Gewölbe ein!

Ich weiß, wovon ich spreche, denn direkt unter der Galerie des Online-Merker befindet sich ein Gewölbe. Und unter diesem Gewölbe donnert die U6 durch. Das Gewölbe wird alle 6 Monate kontrolliert – „kein Stein wankt im Gestemm“!

Ein Gewölbe ist bombensicher – im wahrsten Sinn des Wortes. Ein Ziegel hält den anderen. Nimmt man allerdings einen Ziegel raus, stürzt das Gewölbe ein!

So sehe ich die Situation von MeToo und Placido Domingo. Bisher haben alle Ziegel im MeToo-Gewölbe gehalten. Wer beschuldigt wurde, war erledigt. Der Gatte von Anne Sofie von Otter hat sich sogar das Leben genommen, später (zu spät) wurden die Vorwürfe „relativiert“.

Nun also wagte sich die MeToo-Bewegung an einen Giganten – und das ist der erste Stein, der im Gewölbe wankt. „Die öffentliche Meinung“ (wenn man das Publikum so bezeichnen darf) hat sich nämlich erstmals für den Beschuldigten entschieden. Noch ist der Stein nicht ganz aus dem Gewölbe gefallen. Lesen Sie Renate Wagners „Apropos“ mit interessanten Denkansätzen. Dass – zumindest in Europa – an bestehenden Verträgen nicht so leicht gerüttelt werden kann, ist klar. Domingo wird also seine Europa-Verträge abdienen dürfen. Ausschlaggebend dafür war die Entscheidung der Salzburger Festspielchefin. Hinter dieser Frau haben sich die Herren Direktoren erst einmal versteckt, nach dem Publikumsvotum wagen sie sich „mutig“ aus der Deckung.

Aber: Werden sie neue Verträge mit der Firma Domingo abschliessen? Wird der „Europäische Kulturpreis“ im Oktober wie geplant an PD verliehen? Das sind Fragen, die und in Zukunft beschäftigen werden.

 

APROPOS:   Wohin nur, wohin?

Also, in der Wiener Staatsoper darf er im Herbst singen: Was Helga Rabl-Stadler durch den Präzedenzfall des „Luisa Miller“-Auftritts für Domingo geleistet hat, das weiß er wohl selbst am besten. Ob andere ihm so die Stange gehalten hätten, wären die Salzburger Festspiele (immerhin die Salzburger Festspiele!) nicht mit diesem Beispiel voran gegangen – wer weiß, wie andere Entscheidungen ausgefallen wären…?

Also, Ende Oktober in Wien „Macbeth“ mit Placido Domingo. Und sonst? Nun, wenn Anna Netrebko sich schon über die sozialen Medien auf den gemeinsamen „Macbeth“ in New York freut, sind die Chancen auf den Met-Auftritt zumindest ganz gut (kein Opernhaus wird wagen, Frau Netrebko auf Instagram nicht zu lesen). Allerdings steht das Verdikt der Los Angeles Opera noch aus, wo Placido Domingo immerhin Direktor ist (bzw. wohl bald war): Werden sie ihm einen Fußtritt geben? Darauf könnte man wetten…

Zum Apropos/ Renate Wagner

Belästigungsvorwürfe gegen Plácido Domingo: Warum die Klassikbranche ein Problem hat
Mehrere Frauen werfen Plácido Domingo Belästigung vor – sein Publikum aber feiert ihn nach wie vor, manche Fans sogar noch frenetischer. Die Musikwissenschaftlerin Freia Hoffmann über Geniekult und die Macht des Maestros.
Der Spiegel

Bilanz Bayreuth und Salzburg. Ein Vergleich
Nur eine Inszenierung brauchte es, um Salzburg zu beschatten: Mit dem neuen „Tannhäuser“ hat Bayreuth im Vergleich zur Konkurrenz die Nase vorn.
Münchner Merker

Vergleiche sind schwer und auch nicht ganz fair. Die Bayreuther Festspiele sind viel überschaubarer als die Salzburger Festspiele, dafür ist das Publikum unberechenbarer (in letzter Zeit eher weniger, die Wagnerianer wollen sich dem Zeitgeist anpassen – mit eher wenigen Ausnahmen). In Salzburg wiederum ist das Publikum handzahm, wichtiger als die Inszenierungen auf der Bühne ist die Eigeninszenierung von Teilen des Publikums.

Festspielnachzügler

Wir arbeiten nun die Festspiele ab. Einige Kritiken harren noch der Lektüre:

Salzburg: Salome

Gestern war die letzte Vorstellung als vorletzte der diesjährigen Festspiele. Klaus Billand hat die Wiederaufnahme-Premiere nun im Detail rezensiert.

Szene aus dem „Erotischen Tanz“ mit Asmik Grigorian.

Klaus Billand: Festspielintendant Markus Hinterhäuser hatte die blendende Idee, Richard Strauss‘ „Salome“ des meiner Ansicht nach großartigen Regisseurs Romeo Castellucci, der mir schon mit seinem „Parsifal“ 2011 in Brüssel am Munt positiv aufgefallen war, nach ihrer Premiere 2018 noch einmal mit drei Vorstellungen anzusetzen. Als einzige Oper hatte er sie damit aus dem Vorjahr übernommen. Das war nicht nur berechtigt, sondern zahlte sich auch aus, wenn man es am Publikumszuspruch an diesem Premieren-Abend bemessen möchte sowie an der Tatsache, dass alle drei Aufführungen wieder ausverkauft waren…

Zum Bericht von Klaus Billand

Bayreuth/ Markgräfliches Opernhaus: „An allem ist Hütchen schuld“ von Siegfried Wagner

Hütchen (rechts). Foto: Martin Modes / Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft

Es wurde nun endlich auch einmal Zeit, dass während der Bayreuther Festspiele eine Oper des Sohnes von Richard Wagner, Siegfried Wagner, aufgeführt wurde, zumal wir in diesem Jahre auch seinen 150. Geburtstag feiern. Zum Thema der drei runden Wagner-Geburtsrage in diesem Jahr habe ich auch einen längeren Artikel aus Anlass eines Symposiums des Berliner Richard Wagner Verbandes verfasst (https://www.klaus-billand.com/deutsch/betrachtungen/ berlin-richard-wagner-verband-symposium-drei-generationen-ein-ziel-november-2018.html.

Seit Jahren gibt es die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Peter P. Pachl, auch Generaldirektor des pianopianissimo-musiktheaters. Er war die „treibende Kraft“ hinter den zwei Aufführungen von Siegfried Wagners „An Allem ist Hütchen schuld!“ in Bayreuth während dieser Festspiele. Pachl, der bereits sieben Siegfried Wagner Opern inszeniert hat und bei weiteren sieben als Dramaturg tätig war, führte selbst Regie …

Zum Bericht von Klaus Billand

Bayreuth/ Markgräfliches Opernhaus: Liederabend Günther Groissböck

Günther Groissböck. Foto: Karl Nawarski/Bayreuther Festspiele

Seit Jahren gehört der österreichische Bassist Günther Groissböck zum Sängerstamm der Bayreuther Festspiele. In diesem Sommer brillierte er wieder als Gurnemanz im „Parsifal“. Nun hat ihn die Festspielleitung zum Wotan der neuen „Ring“-Produktion von Konstantin Schwarz 2020 auserkoren, das sicher größte Projekt Groissböcks am Grünen Hügel. Als Vorgeschmack hörten wir bereits „Wotans Abschied“ aus der „Walküre“ im Festakt für Wolfgang Wagner am 24. Juli (Siehe auch Bericht in diesem Heft).

Im mittlerweile völlig restaurierten und von der UNESCO schon vor einigen Jahren zum Weltkulturerbe erhobenen Markgräflichen Opernhaus Bayreuth gab Groissböck im August einen Liederabend, bei dem er von der moldauischen und in Moskau aufgewachsenen Pianistin Alexandra Goloubitskaia äußerst beeindruckend begleitet wurde…

Zum Bericht von Klaus Billand

Deutschland
68. ARD-Musikwettbewerb beginnt. Spielen um den großen Preis
Seit 1952 treten im ARD-Musikwettbewerb junge talentierte Musikerinnen und Musiker in verschiedenen Kategorien an. Am Montag startet nun die 68. Ausgabe des Wettbewerbes beim Bayerischen Rundfunk in München. In diesem Jahr gleich mit zwei Holzblasinstrumenten.
BR-Klassik

DIE GEBURTSTAGE  SEPTEMBER 2019 SIND ONLINE

10.9. Hans SOTIN wird 80

Als Gurnemanz

 Er wollte ursprünglich Chemiker werden, ließ jedoch seine Stimme zuerst bei Friedrich Wilhelm Hetzel, dann an der Musikhochschule Dortmund bei Dietger Jacob ausbilden. 1962 fand er sein erstes Engagement in Essen und debütierte dort als Polizeikommissar im »Rosenkavalier« von R. Strauss. 1964 wurde er als erster Bassist an die Hamburger Staatsoper verpflichtet und hatte bald eine weltweite Karriere…
Zu den GEBURTSTAGEN September 2019

WIEN: HEUTE IM GROSSEN MUSIKVEREINSSAAL:  20:00 Großer Saal, Musikverein
Saisoneröffnungskonzert Musik der Meister
Mährische Philharmonie Olmütz | Mozart • Beethoven

Copyright: Mährische Philharmonie

Mährische Philharmonie Olmütz
Jakub Klecker Dirigent
Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre zur Oper „Le nozze di Figaro“, KV 492
Symphonie D-Dur, KV 504, „Prager“ —
Pause —
Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre zur Oper „La clemenza di Tito“, KV 621
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 4 B-Dur, op. 60
Ende: Etwa 22 h

Politik Österreich
Rendi-Wagner holt sich Hörbiger-Schwester Orth als Unterstützung
Die SPÖ-Chefin präsentierte am Samstag ein 300 Millionen Euro schweres Paket, um Kinderarmut verschwinden zu lassen. Am Podium mit dabei: die Burgschauspielerin Elisabeth Orth.
Die Presse

Große Einigkeit herrscht in der Familie Hörbiger nicht. Christiane Hörbiger warf sich in einer Video-Botschaft vehement für Sebastian Kurz in die Schlacht. Jetzt glaubte die SPÖ-Chefin kontern zu müssen und hat die Hörbiger-Schwester Elisabeth Orth in den Wahlkampf eingespannt!

Christiane Hörbiger hat allein durch die Fernsehserien einen hohen Bekanntheitsgrad. Den hat Elisabeth Orth in der Theaterszene. Aber es geht um die „breite Wählerschicht“ – und die sieht er fern! Punkt für den „Altkanzler“.

GRETA THUNBERG IN NEW YORK ANGEKOMMEN: DIE ERSTE AKTION WAR EHER BESCHEIDEN BESUCHT

Nur etwa 100 Umwelt-Demonstrierer fanden sich zum ersten Auftritt der Klima-Aktivistin in New York ein. Der Grund: Es sind noch Schulferien – also macht so eine Demonstration keinen echten Spaß

Die zweite Aktion wird dann besser besucht sein – da kann man auch die Schule schwänzen! Um das geht es ja vielen der Greta-Jüngerinnen und Jünger, das ist der ultimative Kick! Besonders in den USA, wo schulschwänzen gar nicht so einfach ist.

Gretas Mutter ist übrigens vom Opernfach – aber sie hat auch viel Cross over gemacht. Malena Ernman hat auch öfters in Wien gesungen.

Hier erleben wir sie bei einem Auftritt beim Eurovisions-Song-Contest 2009 in Moskau, bei dem sie für ihr Heimatland Schweden angetreten ist.

 

ZUM VIDEO

Der Erfolg war eher bescheiden, Rang 21  von 26 Finalteilnehmern. Ihre Tochter hat ihr bezüglich Bekanntheitsgrad längst den Rang abgelaufen!

Ich wünsche einen schönen Sonntag

A.C.

 

 

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