Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

1. SEPTEMBER 2020 – Dienstag

01.09.2020 | Tageskommentar

BAYERISCHE STAATSOPER: IM LETZTEN MOMENT DOCH 500 ZUSCHAUER ERLAUBT

Vorverkauf zusätzlicher Tickets

7 Deaths of Maria Callas Uraufführung!
Di, 1. September 2020, 20.00 Uhr

Der Direktverkauf der zusätzlichen Tickets beginnt am 1. September 2020, ab 10 Uhr online über den Spielplan sowie via Telefon und Schalter.
Plätze nebeneinander können nur per Telefon gebucht werden.

Alle weiteren Vorstellungen im September
Der Verkauf der zusätzlichen Karten für alle Vorstellungen im September startet voraussichtlich am 2. September 2020, ab 10 Uhr online über den Spielplan sowie via Telefon und Schalter.

Jetzt doch: Staatsregierung erlaubt 500 Zuschauer in der Staatsoper
Münchner Abendzeitung

Das ist – wie geschrieben – ein Pilotversuch. Planungssicherheit gibt es nur für den September. Das ist kein Zustand, in dem ein Theater zu leiten ist! Politiker starten manchmal solche Aktionen, um sich selbst etwas zu bestätigen bzw. sich etwas bestätigen zu lassen.

In Österreich könnte der Trend in die entgegengesetzte Richtung verlaufen

Bevor ich da auf Cassandras Spuren wandle, warte ich einmal ab, was nun tatsächlich morgen verkündet wird. „Wir“ waren nicht brav genug, gehören also mit dem besonderen Schutz der Politiker „bestraft“.  Dabei bräuchten sich die Politiker nur einmal in den wirklichen Hotspots umzusehen. In den Theatern stecken einander die Besucher kaum an, dort sind die „Küsserkönige“ nicht daheim. Schauen Sie sich mal die peinlichen Verbrüderungsszenen zum Beispiel in der Favoritner, Ottakringer oder Meidlinger FUZO an!

Wenn Salzburg zum Modell wird, ist es überhaupt aus

Österreich
Corona und Kultur: Politik lobt Salzburger Festspiele als Modell

Es war nicht nur hinter vorgehaltener Hand ein Testlauf für die gesamte Branche: Die Durchführung der (reduzierten) Salzburger Festspiele in Coronazeiten könnte als Modell für künftige Festivals dienen. Strenge Vorkehrungen und Hygienemaßnahmen wurden getroffen, Musiker, Schauspieler und Angestellte immer wieder gestest: 3600 Abstriche wurden in vier Wochen genommen. 76.500 Besucher aus 39 Nationen kamen, und soweit man weiß, gab es keine einzige Ansteckung. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „Ein Präventionskonzept, für das wir derzeit Anrufe aus der ganzen Welt bekommen: Wie macht man es.“
Die Presse

Angedacht: Pausenlose Aufführungen, coronagerechtes Programm, ständige Untersuchungen. Nein, so macht ein Theaterbesuch bei aller Liebe zum Genre keinen Spaß.

Werner P.Seiferth, früher Theatermann, Intendant und in vielen Theaterpositionen tätig, besuchte Samstag die Premiere von „Dido an Aeneas“ in Stralsund/Vorpommern: Und was mich mehr als die Aufführung bewegte, war das „Drum herum“. Corona hin und her – ich bin es leid, an jeder Ecke „belehrt“ zu werden, dass ich meine Gesichtsmaske „richtig“ aufsetzen soll, ich sehe nicht ein, weshalb es im Foyer keinen Kaffee gibt, den man nach einer langen und beschwerlichen Anreise (übrigens hat die nun wahrhaft nichts mit Corona zu tun!) gern getrunken hätte (statt der angebotenen vier Bier-Sorten!). Warum gibt es Programmhefte nur „online“ – an jedem Presse-Shop werden Zeitungen und Zeitschriften verkauft! Und die Garderobe kann man auch nicht mehr abgeben, weil ja im Saal neben einem genügend freie Plätze sind, auf denen man sie „lagern“ kann. Das alles sind hausgemachte und im Zuge des vorauseilenden Gehorsams ergriffene Maßnahmen, die die Pandemie nicht eindämmen – von der verordneten Beschränkung der „verfügbaren“ Plätze nicht zu reden. Ein nur halb besetzter Saal vermittelt den Eindruck einer Probe, auch wenn die Besucher – schon um zu beweisen, dass sie dankbar sind für das, was immerhin noch möglich ist! – begeistert applaudieren. „Richtiges“ Theater geht anders und ist dringend auch wieder erforderlich. Bei allem Verständnis für allesmögliche werde ich an solcherart „Übungen“ künftighin nicht mehr teilnehmen.

Maciej Kozłowski und Nina-Maria Fischer gestalteten die Titelpartien der Mini-Oper – © Peter van Heesen / Theater Vorpommern

Zum Premierenbericht von Werner P. Seiferth

30.08. 2020 Brno, Burghof Spilberk:  „NABUCCO“

    Jedes Jahr gibt es einige Vorstellungen des Nationaltheaters Brünn im Hof   der  ursprünglich mittelalterlichen Festung Spilberk, die im Laufe der Jahrhunderte als Burg, Festung, Gefängnis, Kaserne, sowie zuletzt als Ort von kulturellen Veranstaltungen dient – wobei letzteres mit Abstand das Wünschenswerteste ist. Nach „Traviata“ und „Carmen“ war dieser „Nabucco“ die vorletzte Aufführung, am Tag darauf  ist noch der „Barbiere“ am Programm.

Schlussapplaus Nabucco. Foto: Michael Tanzler

Zum Bericht von Michael Tanzler

Wien: Volksoper: Andrea Mayer erteilte Robert Meyer eine Absage
Der Direktor bewarb sich ohne Erfolg für eine Vertragsverlängerung: Die Kulturstaatssekretärin will anscheinend eine Veränderung

…Robert Meyer auf die Frage, wann er sich der Staatssekretärin zum Hearing stellt: „Ich werde kein Hearing haben. Denn ich hatte im Juli einen Termin bei Staatssekretärin Andrea Mayer, die mir gleich sagte, dass eine Vertragsverlängerung nicht in ihrem Sinn sei. Sie will für die Volksoper eine Veränderung haben.“

Über seine Erfolge oder Pläne sei bei diesem Termin kein Wort gesprochen worden. Robert Meyer sieht die Sache nun gelassen: „Ich hatte einen entspannten Sommer. Denn ich musste mich nicht fürs Hearing vorbereiten.“

Kurier

Das ist zumindest eine Überraschung, denn Meyer galt als gesetzt. Ich kenne allerdings die Vertragsverhältnisse der Meyer-Konkurrenten nicht. Wie lange ist Herr Köpplinger noch an München gebunden?

Wien
Volksoper startet als erstes Bundestheater die Coronasaison
Salzburger Nachrichten

Columbia Artists Management am Ende
Die New Yorker Künstleragentur Columbia Artists Management Inc. wird nach 90 Jahren Ende August schließen. Das Ende des Unternehmens wurde mit den Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie begründet. In Zusammenarbeit mit einem Treuhänder sollen die internationalen Künstler der Agentur noch weiter betreut werden, bevor die Geschäftsbeziehungen durch die Unternehmensauflösung endgültig beendet werden
http://magazin.klassik.com/news/teaser.cfm?ID=16215

Es kann kein Trost sein, aber nicht nur Künstlern geht es besonders schlecht, die Krise zieht sich durch alle Bereiche. Ich habe mich in der EDV-Branche umgehört, die eigentlich ein Gewinner der Krise sein Könnte, aber selbst da läuft es nicht wie geschmiert. Die Menschen sind sparsamer geworden, konsumieren nicht auf „Teufel komm raus“.  Kündigungen von etwa 20% Prozent sind selbst in Hoffnungsbranchen keine Seltenheit.

Relativ abgesichert sind derzeit nur Beamte und Pensionisten!

Interview mit Marcus Merkel, Kapellmeister an der Oper Graz – August 2020

Marcus Merkel. Foto: Photowerk

Schon bei seinem Besuch in Wien hatte ich die Gelegenheit, das musikalische Großtalent Marcus Merkel zu interviewen, der bereits seit 2015 Kapellmeister an der Grazer Oper unter Chefdirigentin Lyniv ist, die das Haus bekanntlich gerade verlassen hat. Marcus, erst 29 Jahre alt, war mir schon bei zwei kleinen Wagner-Produktionen in der Porzellanfabrik Bayreuth am Rande des berühmten Grünen Hügels aufgefallen. Hier begleitete er mit dem Klavier 2014 eindrucksvoll souverän eine dreistündige Kammerfassung von Richard Wagners „Parsifal“ für vier Sänger der Opernkompagnie „Opernleben“ und 2019 den 1. Aufzug der „Walküre“ mit der ­­­­­­­­Kompanie „freebirdopera“, die beide große Erfolge feiern konnten…

ZUM INTERVIEW mit Dr. Klaus Billand

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

GRAFENEGG – Scappucci, Eyvazov Netrebko. Fotos und Videos vom 30.8.

 

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und zwei Kurzvideos

Netrebko in Grafenegg: Stimmliches Fest am wolkigen Wolkenturm
Anna Netrebko, Yusif Eyvazov sorgen für einen Höhepunkt des Festivals.
Kurier

————

Interview aus 1979: Edita Gruberova und Lucia Popp bei Heinz Fischer-Karwin

 

ZU INSTAGRAM MIT INTERVIEW AUS 1979

Met Stars Live in Concert: Lise Davidsen at the Oscarshall Palace in Oslo
http://www.operatoday.com/content/2020/08/met_stars_live_.php

RIOM, MULEGNS, JULIERTURM (Surses/Graubünden/Schweiz) ORIGEN FESTIVAL

vom 15. bis 20.8.2020

Temporäre Theaterarchitektur in den Bergen. Foto: Christian Brandstätter

Robert Quitta hat das kleine, feine Festval besucht.

Zum Bericht von Robert Quitta

Salzburger Cineplexx-Kino sperrt zu: Politik reagiert „irritiert“
ORF.at mediathek

Kommentar: Die unsichtbare Gefahr mit dabei
Es wird wohl noch länger dauern, bis wir uns wieder so frei auf Veranstaltungen bewegen können wie „davor“. Dieses „davor“ meint das Erscheinen des Coronavirus, das auch die Kultur infiziert und lahmgelegt hat. Zwar ist vieles bereits wieder möglich, wenn auch unter besonderen Auflagen, aber die volle Konzentration auf den Kulturgenuss mag sich noch nicht einstellen.
Wiener Zeitung

Nochmals: Gott bewahre uns vor „Salzburger Verhältnissen“. Die waren für die Festspiele gut und richtig, sind aber als Gesamtrezept nicht umsetzbar! Gott hat uns leider nicht vor Politikern bewahrt, denen das Theater völlig fremd und kein Anliegen ist. Mit dem „Salzburger Modell“ bringt man das Theater auf längere Sicht um!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

Diese Seite drucken