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1. NOVEMBER 2021 – Allerheiligen

01.11.2021 | Tageskommentar

HEUTE ist Allerheiligen!

Feiertage: Das ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen

An den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen gedenken Gläubige der Verstorbenen. In vielen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, ursprünglich hatten sie aber unterschiedliche Bedeutungen.

t-online.de

Wiener Volksoper: Ein gelungener ROSENKAVALIER

Jaquelyn Wagner, Emma Sventelius. Foto: Volksoper/ Palffy

Renate Wagner: Gehen wir davon aus, dass es in Wien nicht nur „ein“ Opernpublikum gibt, das von der Staatsoper über die Volksoper bis zum Theater an der Wien und der Neuen Oper und möglicherweise noch den sporadischen Angeboten verschiedener Ensembles alles besucht, was geboten wird. Zweifellos gibt es ein Publikum für die Staatsoper. Und eines für das Theater an der Wien. Und eines für die Volksoper. Und dort spielt man nun den „Rosenkavalier“.

„Rosenkavalier“ klingt schön und einladend. Eine Dreiecksgeschichte, dazu ein deftiger Komiker. Könnte eine Operette sein, ist aber keine, obwohl es einen Walzer darin gibt. Darüber hinaus aber ein zumindest sprachlich und gedanklich ungemein anspruchsvolles Libretto. Und keine Musik zum Mitsingen. Und außerdem ist das Werk lang, sehr lang – viereinvierel Stunden. Das reicht an Wagner heran.

Nun hat Robert Meyer in seiner zu Ende gehenden Ära an der Volksoper vieles versucht (immerhin „Salome“, immerhin den „Fliegenden Holländer“), aber mit dem „Rosenkavalier“ geht er ein Risiko ein. Da rümpfen die Wiener, die das Werk in der Staatsoper im Schenk-Look gewöhnt sind, ja schon die Nase, wenn der Abend nicht mit Fleming, Garanca und Groissböck besetzt ist. Kämen sie überhaupt auf die Idee, einen „Rosenkavalier“ in der Volksoper sehen zu wollen?

Aber Josef Ernst Köpplinger sind viele kluge Details zur Personenführung eingefallen: Für die Marschallin ist ein Seitensprung – Routine. Ihr kleiner scharzer Diener (ja, sie hat einen, das ist mutig, und es ist kein weißes Kind, dass man mit „Blackface“ auftreten lässt, sondern ein echter kleiner schwarzer Junge) räumt routiniert die Männerkleidung weg und gibt sogar kopfschüttelnd einen stummen, amüsanten Kommentar ab. Die Marschallin selbst wird nervös, wenn der junge Liebhaber weiter und weiter schwärmen und kuscheln möchte, wenn sie ihn eigentlich schon weg haben will. Sicher, es ist schade, dass sie ihn auswechseln muss, aber eine Tragödie ist es nicht… Darum ist sie im dritten Akt auch nicht sentimental, sondern vor allem verärgert über das Schlamassel, das sie jetzt auch noch ausbügeln muss…

Margarete Joswig, Stefan Cerny (Ochs). Foto: Volksoper/Palffy

Ja, und da ist der Ochs von Stefan Cerny, dem man mit skeptischem Interesse entgegen geblickt hat, weil der optisch so schlanke, dabei stimmlich so potente Bass (man denke nur an seinen Sarastro!) irgendwie nicht mit dem Bild des Ochs von Lerchenau zusammen ging. Nun, er hat sich die Rolle auf den Leib zugeschnitten, ist unikat in seiner Manier (und dem Trachtenanzug, der ihm gleich ein Hautgout verleiht), wirklich gierig nach Frauen (er betatscht sogar die Leitmetzerin), frech und überheblich, fies und mies – und dabei wirklich komisch…

„Silberklang“ im Karajan-Sinn hätte diese Inszenierung auch nicht vertragen, sie ist weder ätherisch noch romantisch. Aber sie hat ihre Qualitäten, und man wird es nicht bereuen, sie gesehen zu haben.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner (auf Kaufkarte)

Unser „Platzhirsch“ in der Volksoper, Heinrich Schramm-Schiessl, der seit vielen Jahren auf (gekauftem) Premierenabo ohne Rücksicht auf Verluste berichten kann, war ob des Feiertags verhindert. Seine Eindrücke lesen Sie nach der zweiten Vorstellung.

Die Besprechung der gestrigen Vorstellung FAUST an der Wiener Staatsoper ist nun online!

Ein neuer „Faust“ musste im letzten Moment her: Francesco Demuro. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Mehr darüber morgen

Graz/ Musikverein
„L’Orfeo“ mit Rolando Villazon: Von der magischen Kraft des Gesangs

Foto: Dr. Michael Nemeth/Musikverein

Musik ist Leben. Ewig. Die Alte-Musik-Expertin Christina Pluhar zelebrierte mit Rolando Villazón in der Titelrolle Claudio Monteverdis Oper „L’Orfeo“ konzertant im Grazer Musikverein.
Kleine Zeitung

Nachtkritik Oper Graz: Unfall mitten in „Clivia“-Premiere, Tenor sang weiter (Bezahlartikel)
Nach mehr als 70 Jahren zurück auf der Grazer Opernbühne: die Operette „Clivia“ des Österreichers Nico Dostal. Matthias Koziorowski riss sich beim ersten Auftritt die Achillessehne und sang die Premiere zu Ende.
Kleine Zeitung

Brian Jadge ist derzeit  Maurizio in der Wiener Staatsoper und lässt sich mit die beiden ihn begehrenden Damen für Instagram fotografieren

Aktuell singt der begehrte US-Tenor Brian Jagde (sein Nachname wird wie das englische Wort „Jade“ ausgesprochen, das G ist stimmlos!) einen großartigen Maurizio in Cilea’s Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper. Die Vorstellungen mit Ermonela Jaho in der Titelrolle und Elina Garanca als giftmischende Prinzessin begeistern Kritik und Publikum. Der überaus sympathische Jagde, der 2012 Preisträger bei Domingo’s Gesangswettbewerb Operalia gewesen ist, zeigt sich über die Arbeit mit seinen beiden Kolleginnen begeistert und teilt dazu dieses Foto auf seinem Instagram-Account. Am 02. und 05. November hat man noch die Möglichkeit diese Adriana-Serie an der WSO zu besuchen. Absolut empfehlenswert!

 

https://www.instagram.com/p/CVOF7faIhmj/

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Saioa Hernandez probt noch Il Trovatore in München mit Francesco Meli

ZU INSTAGRAM mit 3 Fotos

Weiteres INSTAGRAM-Foto:  Sitzprobe mit Francesco Meli

Weitere Kritiken

Wolfgang Rihm (13.3.1952*) PROSERPINA Neue Oper Wien im Theater Akzent 29.10.2021 (Österreichische Erstaufführung)

…Insbesondere die grandiose Leistung von Koloratursopran Rebecca Nelsen wurde akklamiert. Folgevorstellungen finden noch am 3., 5. und 6. November statt.

Zum Bericht von Harald Lacina

München: Bayerische Staatsoper: Münchner Erstaufführung „DIE NASE“, 27.10.2021

Zum Bericht von Gisela Schmöger

Stuttgart: DER ROSENKAVALIER – konzertant

Beate Ritter, Diana Haller. Foto: Martin Sigmund

Zum Bericht von Alexander Walther

München: TOSCA – Eine spannende Wiederaufnahme mit einer glänzenden Anja Harteros (19.10.)

Luca Salsi, Anja Harteros. Foto: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

...Anja Harteros als Tosca. Sie spielt in nahezu vollendeter Perfektion zunächst die Diva, dann die Eifersüchtige und romantisch Liebende, bevor sie angesichts des vermeintlichen Betruges über Scarpias Fächer fast die Nerven verliert und dann wie eine Raubkatze gegen ihn ankämpft als er sie vergewaltigen will. Ihr mit leuchtender Lyrik gesungenes „Vissi d’arte, vissi d’amore“ wird zum Zeugnis ihres verinnerlichten Credos über die Allmacht der Kunst und ist nach all ihrem Kampf für Cavaradossi und sich selbst die letzte Erklärung für ihre fast leidenschaftliche Ermordung der Bestie Scarpia. So oft habe ich noch keine Tosca so wütend zustechen sehen. Aber es ist sichtbar auch gleichzeitig ihr eigenes Ende. Nahezu entseelt sinkt sie nach seinem Tod in eines der Sofas und erscheint völlig kraftlos und zerstört… Vokal hat die Harteros die Rolle fest im Griff, gibt ihr lyrische Nuancen ebenso wie charaktervolle Farben in der Tiefe und vollklingende Spitzentöne. Es ist ein Genuss, so eine Tosca erleben zu können….

Zum Bericht von Klaus Billand

Luzern
«Le nozze di Figaro» im Luzerner Theater. Das alte Recht der ersten Nacht wirft aktuelle Fragen auf
zentralplus.ch

Abschiedsrunde von Doris Weiner am Wiener Volkstheater
„Es beutelt mich ziemlich“, gibt Doris Weiner zu. Die Leiterin der Bezirkstournee des Wiener Volkstheaters absolviert derzeit intensive Arbeitswochen, die von „sehr heftigen Emotionen“ begleitet werden. Sie steht in ihrer eigenen Inszenierung der Komödie „Barfuß im Park“ in der Rolle einer agilen älteren New Yorker Mutter nahezu allabendlich auf einer anderen Bühne. Gleichzeitig probt sie das Zwei-Personen-Stück „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“. Es wird ihr Abschied sein.
Salzburger Nachrichten

WIEN: Heute in St. Gertrud

 

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung:

  • Japans Regierungschef Kishida verteidigt seine Mehrheit: Die Opposition wollte mit einem Wahlbund siegen. Doch Japans neuer Regierungschef Fumio Kishida verteidigt nach einer Zitterpartie die Mehrheit seiner Partei und der Koalition. Die oppositionelle Einheitsfront um die Konstitutionell-Demokratische Partei (DP) bleibt aber eine Gefahr für die Regierung.
    Zum Bericht
  • «Kritische Rassentheorie» führt zu politischen Auseinandersetzung an US-Schulen: Konservative Kritiker werfen Schulleitungen und Lehrern vor, die «kritische Rassentheorie» («critical race theory») zu verbreiten und Amerika als rassistisches Land darzustellen. Die Heftigkeit der Anschuldigungen ist Absicht und erinnert an die Tea-Party-Bewegung.
    Zum Bericht
  • 29 Zivilisten durch Raketenanschlag der Huthis in Jemen getötet: Der Angriff erfolgte auf eine Moschee und eine religiöse Schule in der Stadt Marib. Unter den Toten sind Frauen und Kinder. Die vom Iran unterstützten Huthis, die sich nicht unmittelbar zu dem Anschlag bekannten, hatten im Oktober erklärt, neue Gebiete in den energiereichen Provinzen Schabwa und Marib erobert zu haben.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Nordmazedoniens Ministerpräsident tritt nach Kommunalwahlen zurück: Der als prowestlicher Reformer geltende Zoran Zaev legte seine Ämter als Regierungschef sowie als Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei SDSM nieder. Als besonders schwerwiegend galt die Niederlage der SDSM in der Hauptstadt Skopje.
    Zum Bericht
  • Rückschlag für Roche bei Pille gegen Covid-19: Ein geplantes Medikament des Schweizer Pharmakonzerns gegen Corona hat in einer Studie schlechter als erwartet abgeschnitten. Das Medikament, das bis jetzt AT-527 genannt wird, hat seine erhoffte Wirkung bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Covid-19-Erkrankung nicht erreicht.
    Zum Bericht

 

ORF-Kulturdokus zu Allerheiligen: Premiere „Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ und „Grabgeschichten“ mit Heller/Stermann

 Am 1. November ab 22.05 Uhr in ORF 2  – Als Teil des ORF-Schwerpunkts zu Allerheiligen/Allerseelen (Details unter presse.ORF.at) präsentiert die ORF-TV-Kultur am Montag, dem 1. November 2021, ab 22.05 Uhr in ORF 2 zwei themenaffine Dokumentationen. Als TV-Premiere steht der neue Film „Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ von Katharina Liebert und Stefan Wolner auf dem Programm, der sich mit dem Bedürfnis nach Spiritualität abseits der kirchlichen Tradition beschäftigt, sowie der Frage, wie sich der Trend zu Individualismus und Selbstinszenierung auf die Wahrnehmung der eigenen Vergänglichkeit auswirkt. Die spirituelle Frage, was nach dem Tod kommt, weicht praktischen Überlegungen, wie man mit der eigenen Sterblichkeit umgeht oder was man der Nachwelt hinterlassen möchte. Anschließend zeigt ORF 2 ein Dacapo der Produktion „Grabgeschichten – André Heller und Dirk Stermann besuchen den Hietzinger Friedhof“ (23.00 Uhr).

„Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ (22.05 Uhr)

Es ist die einzige Gewissheit, die uns das Leben bereithält, zugleich Kränkung und gesellschaftliches Tabu: unser Tod. Dieses für die meiste Menschen unliebsame Thema ist wie viele Bereiche des Lebens stark vom gesellschaftlichen und kulturellen Wandel betroffen

Zum Schluss können wir noch mit einer kleinen Sensation aufwarten: W.A. Mozart hat Wolfgang Sobotka einen Brief geschrieben

Mozart schreibt damit einem „Kollegen“ auch über seinen Ärger, weil dieser „Kollege“ ihn zur Profilierung benutzt

 

Zugestellt hat den Brief die „Jenseits-Post – Ihr verlässlicher Postpartner“ und die Information muss wohl wahr sein, weil sie vom „Falter“ verbreitet wird. Außerdem ist verbürgt, dass W.A.Mozart ein zuweilen deftiger Briefschreiber war und augenscheinlich – so der „Falter“ – immer noch ist.

W. A. Mozart schreibt an W. Sobotka: Nehmen Sie sich ein Herz, treten Sie zurück!
Seuchenkolumne. Nachrichten aus der vervirten Welt 561

An Monsieur Sobotka, im Parlamente

Mir ist es unangenehm, aber mir kam zu Ohren, Sie hätten allerhand Probleme. Sie wurden auf den Platz eines Politikers gestellt, aber ihr Herz schlägt für anderes. Sie wären gern Baumeister, sie wären gern Dirigent. Ich höre, sie dirigieren gern meine Musik, vorzüglich an der Spitze von Laienorchestern, die mit von Ihnen im Gegengeschäfte lukrierten Spenden belebt werden. Oder mit denen professionellen Musici, so von selber spielen. Dieses könnte man von der Gesinnungsgemeinschaft auch sagen, der Sie sich verschrieben haben und die ihnen vorschreibt, was sie zu sagen haben. Eine perfide Wechselverschreiberei!

Mir ist es sehr unangenehm, ihnen das auf direkte Weise sagen zu müssen, lieber Sobiboberl, aber heute muss ich Ihnen doch einmal schreiben, was ich empfinde, wenn einer wie Sie sich an meiner Musik zu schaffen macht…

Meine Kunst war und ist für alle da. Auch Laien wie Ihnen steht sie offen, mögen sie professionell, halbprofessionell oder gar nicht ausgebildet sein, mögen sie gut spielen oder wie ein elender Scolar oder vollends wie ein Tölpel.

Gar nicht vertragen kann ich aber, dass meine Musik und mein Genie dafür herhalten müssen, jemanden wie Sie auch noch zum Kulturmenschen zu legitimieren…

...Gehen Sie in Ihr Haus mit dem Schattengarten und lassen Sie meine Musik einfach wirken. Sie wird Ihnen helfen. So wie Ihr Rückzug der Nation. Was sagen Sie dazu? Gefällt’s Ihnen? Nicht sehr glaub ich, es sind harte Ausdrück und schwer zu begreifen. Aber von Herzen zum Herzen. Also nehmen Sie sich eins – Sie haben gewiss eins, schauen Sie nur nach – und treten Sie einfach zurück.

In Eyle,

W. A. Mozart.

Der Falter.at

Ich wünsche einen schönen Tag und gehe davon aus, dass sich W.A. Mozart den Wünschen anschliesst.

A.C.

 

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