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Die internationale Kulturplattform

1. MAI 2019 – Mittwoch – „Tag der Arbeit“

01.05.2019 | Tageskommentar

Für mich ein Tag wie jeder andere – wie Sie sehen, bin ich bei der Arbeit.

Ich habe immer gerne gearbeitet, nun mit dem selbstauferlegten Zwang ganz besonders. Wenn ich mir so meine noch am Leben befindlichen Schulkameraden ansehe, die sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher oder im Kaffeehaus, sind bestenfalls noch zum Müllentleeren zu gebrauchen und wissen nicht, welch Wochentag heute ist. Ehrlich, da arbeite ich lieber! Auch manchmal wirklich hart, wie gerade dieser Tage, wo mich ein junger Rauchfangkehrer (Schornsteinfeger) sekkiert und ich auf sein Geheiß den Dachboden wegen Brandgefahr räumen muss (wo war sein französicher Kollege bei Notre Dame?). Nirgends, aber mich kann man ja quälen!  Es ist traurig, wie viele Erinnerungen ich mit meinem Kleintransporter auf die Deponie/ Müllentsorgung transportieren muss – aber „Vurschrift ist Vurschrift! Wir leben in Bürokratien!

International Opera Awards: Österreich ist leer ausgegangen!

Die Opera Awards gingen an Österreich vorbei. „Niedersaufen“ hilft nicht einmal kurzfristig!

Als „Beste Sängerin“ wurde Asmik Grigorian, litauische Sopranistin, die  als Salzburger  „Salome“ wenigstens einen klitzekleinen Österreich-Bezug hat, weil sie ihre „Heldentat“ in Österreich vollführte, ausgezeichnet. Bei den Herren  ging US-Tenor Charles Castronovo als Sieger hervor, beim „Besten Opernhaus“ schaute das Theater an der Wien „durch die Finger“, der Titel ging an die Vlaanderen Opera.
Gut vernetzt scheinen wir Ösis nicht zu sein!

2019 International Opera Awards winners announced

https://www.rhinegold.co.uk/opera_now/2019-international-opera-awards

WIEN, LONDON / Royal Opera House Covent Garden: FAUST von Charles Gounod

Im Kino, UCI Vienna Millennium City Handelskai 30.April 2019

 

Renate Wagner war im Kino:  Gleich zu Beginn ehrlich gesagt: Eigentlich war man vor allem auf die erste Marguerite der Diana Damrau neugierig – schließlich ist sie eine Sängerin mit besonderer Stimme, besonderer Virtuosität, besonderem Einsatz (man denke nur an ihre hinreißende  Juliette an der Met). Aber mit einem Bandscheibenvorfall (das ist es wohl, was die englische Presse unter Slipped Disc als Absage-Grund vermeldete) kann man nicht singen, und so kam die Damrau um ein optimales Ambiente, in dieser Rolle, die ihr so gut in der Kehle liegen müsste, zu debutieren…

Irina Lungu hätte ein paar Vorstellungen nach der Damrau hinterher singen dürfen. Sie nützte die Chance und machte sich selbst zu einer ersten Wahl. An sich hat die sympathische Russin keinerlei Glamour-Charakter, aber das kommt dem blonden Gretchen im braven Kleidchen (die in ihrer ersten Szene nicht ganz logisch als Kellnerin agiert…) im Grunde zugute.

Ein Glücksfall war die Besetzung – es ist ideal, wenn Sänger im richtigen Alter die richtigen Rollen singen, wenn Stimme und Erfahrung, Technik und Können so richtig „sitzen“. Wir haben Ewin Schrott schon 2011 in Wien als Méphistophélès gesehen, aber er konnte (auch infolge der Wiener Nicht-Inszenierung) damals noch bei weitem nicht diese Wirkung erzielen wie nun in London. Hier bekommt er nicht nur in jeder Szene ein anderes Kostüm, ob Gentleman der galanten Epoche, ob im Frack, ob als Soldat bei Marthe oder als Guru-Erscheinung, wenn er die Seelenqualen der armen Marguerite geradezu folternd verstärkt, ob als groteske Drag Queen in der Walpurgisnacht oder als eine Art Flaneur im Finale, wo er selbst nicht weiß, ob er das Spiel nicht vielleicht doch verloren hat… Man kennt die sprühende Theaterpersönlichkeit von Schrott, der hier alle Nuancen von Boshaftigkeit bis Bösartigkeit ausspielen kann, und er singt mit unerschöpflicher Kraft, ohne durchwegs stimmlich „brutal“ zu agieren – nur dort, wo es der Komponist vorsieht. Das ist (neben dem Scarpia) wohl derzeit seine ideale Rolle.

Auch Michael Fabiano hört sich für den Faust vorzüglich an, ein kraftvoller Tenor, der losschmettert und doch über alle Nuancen verfügt, inklusive der angesetzten Falsett-Töne. Er ist höchst eindrucksvoll als wankender Greis mit zitternden Händen zu Beginn (und dann kurz wieder am Ende), so dass man sich darstellerisch im Ganzen mehr erwartet hätte. Dazwischen allerdings benimmt er sich wie ein gestriger Tenor, steht herum und singt schön.,,

Zum Bericht von Renate Wagner

Wien/ Theater an der Wien: Stefan Herheim wurde in Österreich nicht fündig und holt seinen Casting-Direktor aus der Schweiz: Operndirektor Peter Heilker geht nach Wien

Auf das Ende der Spielzeit 2020/2021 verlässt Operndirektor Peter Heilker das Theater St.Gallen. Das Ostschweizer Dreispartenhaus verliert damit einen engagierten und profunden Kenner der Musiktheaterszene, der immer wieder Entdeckungen ermöglichte und namhafte Künstler an das Haus holte. Peter Heilker wechselt per September 2021 nach Wien, wo er am Theater an der Wien Programm- und Castingdirektor sowie Stellvertreter des designierten Intendanten Stefan Herheim wird…
Peter Heilkers Spielplangestaltung zeichnete sich besonders durch selten gespielte, unbekannte oder vergessene Opern sowie Erst- und Uraufführungen aus. So verantwortete er 16 Schweizer Erstaufführungen, darunter George Benjamins Opern Written on Skin und Lessons in Love and Violence (Spielzeit 2019/2020), Johann Simon Mayrs Medea in Corinto und die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Avenue Q. Insbesondere die jährliche Freiluftproduktion der St.Galler Festspiele im Klosterhof stellte regelmässig eine Opernrarität des 19. Jahrhunderts einem grossen Publikum vor; so kamen in den letzten Jahren Puccinis Edgar, Catalanis Loreley und Donizettis Il diluvio universale zu Schweizer Erstaufführungen. Ausserdem fanden unter seiner Direktion sechs Uraufführungen statt, darunter die Oper Annas Maske von David Philip Hefti und Alain Claude Sulzer.

Letzteres klingt gut, das Theater an der Wien soll nicht der Staatsoper nachspielen – dazu ist es wirklich nicht da!

Wo bleiben eigentlich die österreichischen Theatermanager? In Eisenstadt und Umgebung?  Am See und in Steinbrüchen?

Peter Theiler, Intendant der Dresdner Semperoper:„Ich bin hier kein Wessi, sondern Ausländer“
Seit Herbst 2018 ist Peter Theiler Intendant der weltberühmten Semperoper in Dresden. Zum ersten Mal arbeitet der Schweizer damit an einer ostdeutschen Bühne und setzt dort klare Zeichen.
Swiss-Info

Auch die Semper-Oper Dresden baut auf einen Schweizer!

Treffen Sie Kirill Petrenko
Die Berliner Philharmoniker freuen sich auf ihren neuen Chefdirigenten. Hier können Sie ihn kennenlernen.
https://www.petrenko-live.de/de/

Stuttgart: IPHIGÉNIE EN TAURIDE. Eine weitere Rezension der Neuproduktion steht bei uns Online

 

https://www.deropernfreund.de/stuttgart-12.html

Die Vergangenheit als Trauma: Krzysztof Warlikowskis Iphigénie en Tauride in Stuttgart
bachtrack

Jules Massenet: Manon, Opernhaus Zürich, Vorstellung: 26.04.2019

Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf

Regisseur Floris Visser hat für das Opernhaus Zürich eine sich von der sonst am Hause vorherrschenden Brachial-Ästhetik wohltuend abhebende Inszenierung geschaffen. Seine Bühnenbildnerin Dieuwke van Reij hat ihm dazu einen Einheitsbühnenraum geschaffen, der sich mit verschiebaren Wänden trotz einer Prise „shabby chic“ auch zum Priesterseminar mit Kirchenraum und Hotel Transsylvanie umgestalten lässt. Die ebenfalls von Dieuwke van Reij geschaffenen Kostüme entsprechen der Entstehungszeit der Oper (Uraufführung am 19. Januar 1884, Opéra comique in der Salle Favart, Paris). Alex Brok hat die Beleuchtung gestaltet und Pim Veulings die Choreografie des Balletts.

Szenisch entsteht so ein absolut stimmiger Abend…

Zum Bericht von Jan Krobot

Madrid: Ein Falstaff wie von nebenan
Nach 17 Jahren kehrt Falstaff zurück nach Madrid. Nicht nur nach Madrid, allerdings: Die Inszenierung entstand in Koproduktion mit dem Théâtre Royal de la Monnaie de Bruxelles, der Opéra National de Bordeaux und der Tokyo Nikikai Opera. Ein überlebensgroßes Projekt also, das darüber hinaus auch diversen TV-Ausstrahlungen und einem DVD-Release entgegensieht. Die Neugier trieb auch uns in den Süden, um diese vermeintliche Jahrhundertinszenierung einmal aus der Nähe betrachten zu können.
Gabriel Pech berichtet aus dem Teatro Real in Madrid.
https://klassik-begeistert.de/giuseppe-verdi-falstaff-teatro-real-madrid-28-april-2019/

Kiel: Die Kunst der braven Revolution – Aubers „Die Stumme von Portici“ in Kiel
Neue Musikzeitung/nmz.de

London/ Opera Review: Billy Budd at Royal Opera House

Jacques Imbrailo and Toby Spence as Budd and Captain Vere(Image: Catherine Ashmore (C) ROH 2019)

https://www.express.co.uk/entertainment/theatre/1121043/billy-budd-royal

Wien/ Theater in der Josefstadt-Direktor Föttinger: „Eine so erbärmliche Kulturpolitik“. Bezahlartikel
Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger vergleicht die Aushungerung von Theatern in Österreich mit der Üppigkeit in Deutschland. Ein Gespräch über seine Pläne. Aber auch zur Konkurrenz, zu Burg- und Volkstheater, fällt ihm etwas ein.
Die Presse

„Üppigkeit in Deutschland“? Ständig beklagen die deutschen Theatermacher heruntergefahrene Budgets und Fusionen zwecks Einsparungen. Lügen die wie gedruckt und Herr Föttinger weiß es besser?

Ist Deutschland das Theaterparadies? Ich kann nun nicht für Herrn Föttinger, sondern nur über mich sprechen: Wenn ich meine Situation verbessern kann, dann mache ich es! Wegen einer Vertragsauflösung ließe Minister Blümel sicher mit sich reden, überhaupt wenn Herr Föttinger die Arbeit des Kulturmministers als erbärmlich einstuft!

WIEN/ Burgtheater: Johann Adam Oest ist gestorben
Der Burgschauspieler war ein Alleskönner, der gebürtige Deutsche wurde 72 Jahre alt.
Wiener Zeitung
Kammerschauspieler Johann Adam Oest gestorben
Der Standard

WIEN/ ab heute im Globe (Marx-Halle): Herr Zettel ist verwirrt – Ein Sommernachtstraum
Lesung mit Orchester & Chor

 

Mendelsohns romantische Musik vom Wiener KammerOrchester gespielt, Shakespeares phantastisches Theaterstück von Sigrid Hauser gelesen, rührende Schlaflieder vom Philharmonia Chor gesungen, das Ganze von Stefan Vladar dirigiert – es hätte so schön werden können: Hochkultur im GLOBE WIEN.

Wäre da nicht der Weber Niklas Zettel (Michael Niavarani), der mit seinen derben Späßen und einfältigen Gedankengängen den Abend durcheinanderbringt. Was soll denn das? Er behauptet in einen Esel verwandelt worden zu sein und dann hätte sich die Feenkönigin auch noch in ihn verliebt und mit ihm geschlafen! Sex, Drogen (eine Blume, deren Tautropfen verliebt machen), Elfen, Kobolde, Liebespaare, eine Tragödie von Pyramus und Thisbe und ein Sorgerechtsstreit, live im GLOBE WIEN.

Mi, 01.05.2019 19:30 Globe Wien
Do, 02.05.2019 19:30 Globe Wien

BITTE VORMERKEN – und hingehen!

 

Fußball/ Champions League
Ajax Amsterdam stößt Tür zum Endspiel auf
Ajax Amsterdam hat sich eine hervorragende Ausgangslage für den erstmaligen Einzug ins Finale der Champions League nach 23 Jahren Pause erarbeitet. Die Niederländer siegten im Halbfinal-Hinspiel zweier Außenseiter bei Tottenham Hotspur am Dienstagabend mit 1:0 (1:0). Der 22-jährige Donny van de Beek traf in der 15. Minute entscheidend für die Gäste.
https://sport.orf.at/stories/3048195

Eine Überraschung – aber noch sind die „Spurs“ nicht geschlagen. Im Rückspiel wird es aber schwer werden!

Haben Sie einen schönen „Tag der Arbeit!“. Mich finden Sie beim Entrümpeln!

Nachmittags ist unsere Ausstellung in der Online-Galerie geöffnet

 

Besuchen Sie mich!

A.C.

 

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