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1. MÄRZ 2020 – Sonntag

01.03.2020 | Tageskommentar

 

NEU EINGELANGTE KRITIKEN:

New York/ Die Met in Kino: AGRIPPINA von G.F. Händel

Händels Frühwerk „Agrippina“, von dem 24jährigen noch für Venedig geschrieben, zählt wohl zu seinen amüsantesten Opern. Obwohl Agrippina, ihr Gatte Claudius, ihr Sohn Nero, außerdem Poppea und Ottone historische Figuren sind und das Werk seriös als „Dramma per musica“ bezeichnet wird, handelt es sich nicht um einen „Römerschinken“ – man höre nur der „lockeren“ Musik zu…

Am Ende durfte man nach vier Stunden (dreieinhalb Stunden Spielzeit plus Pause) heimgehen – und stellte fest, dass dem Regisseur nicht für eine Minute die Ideen ausgegangen sind…. Händel heute. Ein Opern-Theater-Vergnügen.

Zum Bericht von Renate Wagner

Die Tätowierungen von Kate Lindsey.

Zum Youtube-Video betreffs Agrippina

WIEN /Volksoper: DER ZIGEUNERBARON – Premiere am 29.2.

Lucian Krasznec, Kurt Rydl, Boris Eder. Foto: Wiener Volksoper

…Unbedingt zu erwähnen ist natürlich der Schluss. Zu Beginn des dritten Akt verkündet der Conférencier, daß mit einer Ausnahme – Zsupan – alle am Ende des zweiten Aktes in den Krieg gezogenen Männer gefallen sind. Zsupan singt dann noch sein Couplet und damit sei das Stück zu Ende. Da das „Publikum“ auf der Bühne aber murrt, entschließt man sich doch ein Happy-Ende zu zeigen, was ich als unzulässigen Eingriff in das Libretto bezeichnen möchte. Zudem wird das Finale dann in einer bonbonhaft kitschigen Art gebracht…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

LINZ/ Musiktheater des Landestheaters: CINDERELLA – Tanzabend in drei Akten von Mei Hong Lin, Musik von Sergej Prokofjew. Premiere am 29.2.

Foto: Sakher Almonem

Schließlich: Uneingeschränkte Begeisterung für Bühnenpersonal, Musik und Produktionsteam. Ein Abend für alle, und nebenbei ein wunderbares Beispiel dafür, daß Musik des 20. Jahrhunderts überaus eingängig sein kann, ohne banal zu werden…

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Valentin Schwarz in Dresden: Wollt ihr die totale Operette?
Spätestens seit Freitag steht fest: Das Bayreuther Publikum muss sich heuer im Sommer beim „Ring“ warm anziehen. Der junge österreichische Regisseur Valentin Schwarz, Sensationswahl von Hügel-Chefin Katharina Wagner, legte mit Offenbachs „Die Banditen“ an der Staatsoperette Dresden seine letzte Inszenierung vor Bayreuth vor – und brachte mit einer Dekonstruktion die Zuschauer gegen sich auf.
Salzburger Nachrichten
Auf Krawall gebürstet: Offenbachs „Banditen“ in Dresden
Valentin Schwarz, der künftige „Ring“-Regisseur in Bayreuth, hatte sich für die Staatsoperette in Dresden einen provokanten „Schlag ins Gesicht der Erwartungshaltung“ vorgenommen. Das irritierte Publikum reagierte mit Protesten und Desinteresse.
BR.de

Dass Valentin Schwarz seine Chance – wie immer er dazu gekommen ist, nützen will und in Bayreuth keinen konventionellen „Ring“ abliefern wird, ist klar. Spätestens nach seinen „Banditen“ an der Staatsoperette Dresden, die wohl kein internationales Medium interessiert hätten, wäre Herr Schwarz nicht zum Bayreuther „Ring-Regisseur erkoren worden.

Nun warten wir ab, was er in Bayreuth durchsetzen kann. An der Staatsoperette Dresden ist man ja vor der unverhofft in den Schoß gefallenen Prominenz des Jung-Regisseurs in Ehrfurcht erstarrt, in Bayreuth wird der Gegenwind stärker sein – es sei denn, die Festspielleiterin legt es auf einen Wirbel an.

Die Brünnhilde kam Bayreuth für dieses Jahr bereits abhanden:

Christine Goerke Will Not Make Bayreuth Festival Debut During Summer 2020
https://operawire.com/christine-goerke-cancels-bayreuth

Michael Koling war Augenzeuge in Dresden (wo gestern die „Große Premiere“ an der Semperoper war:

Guten Morgen,
wenngleich schon Vormittag.
„Die Banditen“ in der Staatsoperette am Freitag waren in der Tat unterirdisch. Bei der (für das Publikum frei zugänglichen) Premierenfeier fiel auf, dass einzig die (nach Aussage von Stammbesuchern des Hauses) überaus umstrittene Intendantin die einzige Person war, die sich zum Regisseur gesellte. Das Ensemble hielt deutlich Abstand, ein auf das Podium gerufene Vertreter des Orchesters lehnte deutlich sichtbar und demonstrativ ab und Dirigent Andreas Schüller war der Feier überhaupt fern geblieben (Valentin Schwarz wurde übrigens auch von den Teilnehmern der Premierenfeier mit einem Buhorkan empfangen).
Ganz anders und mit standing ovations für Mitwirkende und Leading Team berechtigt bejubelt gestern in der Semperoper die Premiere der „Großherzogin von Gerolstein“.
 
Ich mache mich jetzt auf den Weg von Dresden nach Berlin (heute am Abend ein Konzert mit Elisabeth Kulman) – mit dem Zug. Ein Bericht über „Banditen“ und „Großherzogin“ gemeinsam folgt im Laufe des Tages.
Michael  Koling

Opernstar Domingo korrigiert Entschuldigung

Der spanische Opernsänger Plácido Domingo hat seine Entschuldigung an mehrere Frauen, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen, präzisiert. In einer Erklärung auf seiner Facebook-Seite teilte Domingo mit, er wolle „falsche Eindrücke“, die durch seine Erklärung entstanden seien, korrigieren. Die Entschuldigung an seine Kolleginnen sei ernst gemeint gewesen. Aber er habe sich niemals aggressiv gegenüber irgendjemandem verhalten.
Etwa 20 Frauen werfen dem Opernstar vor, ihnen Küsse aufgezwungen und sie gegen ihren Willen angefasst zu haben. Domingo hatte diese Vorwürfe zunächst zurückgewiesen.

Deutschlandfunk.de

Dass diese Entschuldigung unnötig und für Domingo schädlich ist, habe ich von der ersten Sekunde an an dieser Stelle geschrieben. In dieser „Präzisierung steht allerdings auch nichts Neues!

Salzburger Festspiele: „Es gibt starke Anzeichen, dass Putin kommt“
Helga Rabl-Stadler, seit 1995 Präsidentin der Salzburger Festspiele, im Gepräch über Plácido Domingo, über die von Gazprom unterstützte Aufführung von „Boris Godunow“ und Vergangenheit und Zukunft der Festspiele.
Die Presse

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Unserer früheren Außenministerin wurde ihre Enladung an Putin übelgenommen, die Festspielpräsidentin rühmt sich bereits mit Putin als Festspielgast. Ich gehe allerdings davon aus, dass sie mit ihm kein Tänzchen wagen wird!

Zu Placido Domingo wagt Frau Präsident einen Spagat. Es kommt selten vor, dass ich mit ihr einer Meinung bin, in diesem Fall aber schon!Nach der erbärmlichen Performance aus Spanien bedarf es Charakters, ich bin gespannt, ob sie sich zurückpfeifen lässt. Die „Grünen“ sind nämlich strikt gegen Domingo in Salzburg – und die „Grünen“ sind immerhin Regierungspartei und durch Frau Lunacek als „Kulturchefin“ stark exponiert.

Kurzvideo zum New Yorker „Holländer“. Premiere ist am 2.3.

ZUM VIDEO (1,33 Min)

FRANKFURT: HEUTE PREMIERE: SALOME. INSZENIERUNG BARRIE KOSKY

Dirigentin:  Joanna Mallwitz

Ambur Braid (Salome). Foto: Monika Rittershaus

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Semenchuk und Eyvazov proben in Dresden DON CARLO für Salzburg

 

ZU INSTAGRAM und noch einem Foto

„Kuschelweich“ – Teodor Currentzis in Wien

Theodor Currentzis mit der 80jährigen Mutter unserer Rezensentin Helena Ludwig

…Nach dem Konzert war Intendant Matthias Naske, der designierten Staatsoperndirektor Bogdan Roščić sowie Dirigent Ektoras Tartanis zu sehen. Teodor Currentzis selbst war blendender Laune, es gehe ihm auch ausgezeichnet. Eine Lieblingssymphonie von Mahler hat er übrigens nicht, er schätzt und liebt jedes einzelne Werk. Als ich ihm noch von meiner Mahler Reinkarnation Eingebung erzählte meinte er „You are right.“ Teodor Currentzis erzählte uns, dass seine nächsten Konzerte in der Schweiz bereits wegen des Corona Virus abgesagt wurden und er hofft sehr, dass sein Beethoven Zyklus ab 23.3. mit dem von ihm gegründeten musicAeterna hier im Konzerthaus wie geplant stattfinden wird.“ Das hoffen wir natürlich auch und zwar inständig. Danke an alle für diesen bemerkenswerten Abend!

Zum Bericht von Helena Ludwig

Europa vor neuem Migrantenansturm
Der türkische Präsident Erdogan kündigt den Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 de facto auf. 35.000 Menschen sollen die türkische Grenze passiert haben. Bundeskanzler Kurz erklärt, die Situation von 2015 dürfe sich nicht wiederholen.
https://www.diepresse.com/5777239/europa-vor-neuem

Flüchtlinge aus Türkei: Europa in höchster Alarmstimmung
Griechisch-türkische Grenze wird erneut zum Brennpunkt. Die Türkei karrte Flüchtlinge hin, die Griechen setzten Tränengas ein.
Kurier

Migrationsforscher: EU muss Türkei weitere Hilfe zusagen
Noch ist es nicht zu spät!
Wiener Zeitung

Lassen Sie sich nicht beunruhigen, alles Fake – wie in der Wahlwerbung vorausgesagt.  Wem, wenn nicht der Wahlwerbung, kann man vertrauen? Unser „Bundesbasti“ hat die Situation und seinen Koalitionspartner voll im Griff – und Herr Erdogan erzittert bereits!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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