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1. JULI 2018

01.07.2018 | Tageskommentar

Für Roberto Alagna kommen die Lerntipps leider zu spät. Der Startenor hat seinen Bayreuther Lohengrin dreieinhalb Wochen vor der Premiere abgesagt

Vor einigen Wochen war die perfekt Deutsch sprechende Frau von Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, bei uns in der Galerie zu Gast und deutete in einem Nebensatz an, dass ihr Roberto im Clinch mit dem Lohengrin-Text liegt. Nun ist es offiziell: Alagna sagt dreieinhalb Wochen vor der mit Spannung erwarteten Festspielpremiere den Lohengrin ab.

Irgendwie habe ich Verständnis für seinen Schritt: Warum soll der Spezialist im französischen und italienischen Fach plötzlich Wagner singen, wenn er in seinem Fach heiß begehrt und hoch gehandelt ist?  

Der Zeitpunkt ist aber verdammt knapp. Von der vorgesehenen Traumbesetzung Anna Netrebko und Roberto Alagna blieb somit nichts übrig (wobei die Netrebko in Dresden den Elsa-Text mit Hilfe eines „Tele-Prompters“ – oder so ähnlich- tadellos gesungen hat). Warum war dieses Hilfsmittel bei Herrn Alagna nicht möglich. Angeblich sind Frauen sprachbegabter als Männer (sie reden meist auch mehr).

Was tun, meine Damen und Herren in Bayreuth? Einen dort bereits befindlichen Tenor rekrutieren? Angeblich hat Andreas Schager bei den ersten Klavierproben als Alagna-Ersatz fungiert, der „Super-Lohengrin“ (wenngleich nicht jedermanns Geschmack) Klaus Florian Vogt befindet sich für den Stolzing auch in Bayreuth. Aber wo liegt da die programmierte Sensation dieser Festspieleröffnung?

Die Meldung brachte es sogar in den Tele-Text

Bayreuth
Festspiel-Skandal: Roberto Alagna sagt Bayreuth ab – Text nicht gelernt
Mein lieber Schwan: Der italienisch-französische Star-Tenor Roberto Alagna sagt kurzfristig den Bayreuther „Lohengrin“ ab. Er habe den Text aus Zeitmangel nur bis zum zweiten Akt einstudieren können
Die Welt.de
Roberto Alagna sagt als Bayreuther „Lohengrin“ ab
Rund dreieinhalb Wochen vor Beginn stehen die Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin da. Tenor Roberto Alagna (55), der die Titelpartie in der Richard-Wagner-Oper zum Auftakt des Festivals am 25. Juli singen sollte, habe abgesagt, teilte ein Festspielsprecher am Samstag mit: Alagnas Agentur begründete diesen Schritt damit, dass der Sänger überlastet sei. Er habe die Partie nicht hinreichend einstudieren können. Die Bayreuther Festspielverantwortlichen suchen nun intensiv nach einem neuen Sänger
Musik heute
Bayreuther Lohengrin sagt ab – Überlastung
Rund dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung stehen die Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin da. Roberto Alagna (55), der die Titelpartie in der Richard-Wagner-Oper zum Auftakt des Festivals am 25. Juli singen sollte, habe abgesagt, teilte ein Festspielsprecher an diesem Samstag mit: Alagnas Agentur begründete diesen Schritt damit, dass der Sänger überlastet sei. Er habe die Partie nicht hinreichend einstudieren können. Die Bayreuther Festspielverantwortlichen suchen nun intensiv nach einem neuen Sänger
Frankfurter Allgemeine
Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin
BR-Klassik

Durch diesen „Alagna-Skandal“ reden die Opernfreunde plötzlich nicht mehr vom Münchner „Parsifal“/ Baselitz -Flop, was für die Bayerische Staatsoper nicht unangenehm ist!

Wiener Staatsballett: Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper für Manuel Legris, Avancements im Ensemble

Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper: Manuel Legris. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Mit der umjubelten Nurejew Gala am Freitag, 29. Juni 2018 in der Wiener Staatsoper feierte das Wiener Staatsballett den traditionellen Abschluss der Spielzeit und verabschiedete sich in die Theaterferien. Im Anschluss an die rund vierstündige Gala, in denen Manuel Legris und das Wiener Staatsballett sowie internationale Gastsolistinnen und –solisten ein vom Publikum gefeiertes abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes präsentierten, wurde Ballettdirektor Manuel Legris auf offener Bühne zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt.

Von dieser Nurejew-Gala liegen zwei Berichte vor

Gemeinsam mit seiner Compagnie feierte Legris mit internationalen Gästen: Olga Smirnova und Semyon Chudin vom Bolschoi-Ballett in Moskau, Marianela Nuñez und Vadim Muntagirov vom Royal Ballet in London, Alexandre Riabko und Ivan Urban vom Hamburg Ballett und Isabelle Guérin vom Ballet de l’Opéra de Paris…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=5A1BD0A0-7C8F-11E8-8DA300155D083264

Ulrike Klein (www.dermerker.com)

und

Bericht über die Nurejew-Gala von Meinhard Rüdenauer

Wiener Staatsoper: VERDI’S „FALSTAFF“ ZUM SAISON-AUSKLANG (30.6.2018)


Falstaff-Finale
. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Altersweisheit – gibt die wirklich? Wer sich mitunter diese Frage stellt, der soll möglichst rasch in Giuseppe Verdi‘ „Falstaff“ gehen, dessen Uraufführung in seinem 80.Lebensjahr – im Februar 1893 – an der Mailänder Scala auf Anhieb zum Triumph wurde. So viel Humor und Selbstkritik -jeder foppt jeden und lacht über sich – findet sich in keiner anderen Oper.

Und zum Saisonausklang bot die Wiener Staatsoper eine hochkarätige Serie des Giuseppe Verdi/William Shakespeare/Arrigo Boito-Stoffes, die wirklich „erstklassig“ zu beurteilen ist…

Zum Bericht von Peter Dusek

 WIEN/ Staatsoper: „KONTRAPUNKTE“ – „Wie begeistert man Jugend für Klassische Musik?“

Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Im Rahmen der Serie „Kontrapunkte“ fand im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper eine Gesprächsmatinee von und mit Prof. Dr. Clemens Hellsberg zu diesem Thema statt. Gäste waren Martin Grubinger und Dr. Andreas Mailath-Pokorny.

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand

WIEN-TIPP: FILM ÜBER HILDE ZADEK AM FREITAG, 6. JULI IM CAFE SCHOPENHAUER

Am Freitag, dem 6. Juli um 19.00 Uhr wird der Dokumentarfilm „Gesang als Weg“ (60min.) über die große Sopranistin, Kammersängerin Hilde Zadek im Wiener Café Schopenhauer gezeigt. Adresse: Staudgasse 1, 1180 Wien, Tischreservierung: 01-406 32 88

 

Hilde Zadek, geb. 1917, sang auf nahezu allen bedeutenden Opernbühnen zwischen Moskau und New York.

Galerie des Online-Merker: Präsentation Seefestspiele Mörbisch: GRÄFIN MARIZA (12.7. bis 25.8.)

Melanie Hollyday, von Peter Edelmann für seine erste Mörbisch-Produktion eigens aus Texas wieder nach Österreich geholt und der Künstlerische Direktor (der nicht Intendant genannt werden will) Peter Edelmann. Foto: Herta Haider

Foto: Seefestspiele Mörbisch

Das Bühnenbild mit einer riesigen Geige (wohl die größte Geige der Welt) ist heuer eine besondere Attraktion in Mörbisch. Eine solche ist wohl auch Melanie Hollyday, die von Peter Edelmann für die Rolle der Fürstin Bozena eigens für diese Produktion  aus Texas (zurück)geholt wurde.

Weiteres erfahren Sie demnächst! Bleibt nur die Hoffnung auf schönes Wetter und zalreichen Besuch!

NÖ Theatersommer / Nestroy-Spiele Schwechat: ZU EBENER ERDE UND ERSTER STOCK von Johann Nestroy
Premiere: 30. Juni 2018,
besucht wurde die Generalprobe

 

Nestroy-Expertin Renate Wagner in ihrem Bericht: Es ist (wie der „Bruderzwist in Habsburg“) ein Stück mit verhatschtem Titel: „Zu ebener Erde und erster Stock“ – man möchte glatt daran herumkorrigieren. Aber glücklicherweise hat Johann Nestroy alles andere als ein verhatschtes Stück geschrieben, im Gegenteil: Das, was unsere Gesellschaft als „Ihr da oben, wir da unten“ definierte, hat er in diesem Stück, das die Gesellschaft so sinnig zweiteilt wie die Bühne, geradezu mit der Direktheit eines Brecht’schen Lehrstücks auf die Bühne gebracht.

Allerdings war Nestroy alles andere als ein Sozialromantiker – dass arme Leut’ auch gute Leut’ sein müssen, wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Dass hingegen Geld die Welt am Laufen hält – das beschreibt er in so gut wie jedem seiner Stücke. Und in diesem besonders deutlich…

Fußball-WM : FRANKREICH und URUQUAY im Viertelfinale

Der Vizeweltmeister und der Europameister sind out! Europa gegen Südamerika endete gestern 1:1 Frankreich besiegte Argentinien in einen „Torfestival“ mit 4:3, die „Urus“ bezwangen Portugal mit 2:1.

„Meine Urus“ sind damit unter den letzten acht Nationen bei dieser WM. Als Nation ist mir Uruquay ziemlich gleichgültig, ich war nie dort und werde auch nie hinfahren. Ich beurteile die Mannschaften nach deren Spielsystem. Uruquays Nationalteam hat die stärkste Defensive weltweit, den letzten Gegentreffer mussten die Urus im Herbst 2017 just gegen Österreich kassieren. Nun also gab es wieder einen Gegentreffer, der aber durch einen in Superform befindlichen Edinson Cavani mehr als kompensiert wurde.

Nun treffen die Offensivkünstler aus Frankreich am Freitag auf die Defensivspezialisten aus Uruquay, hinter denen gerade mal knapp 4 Millionen Einwohner stehen (die Hälfte von Österreich, 5 % der Deutschen). 

Apropos Deutschland: Die DFB-Bosse haben Jogi Löw das Vertrauen ausgesprochen! Das sagt nicht viel, denn der Bundestrainer hat einen gut dotierten Vertrag, den er bei einem Hinauswurf wohl vergoldet haben will. Vermutete Taktik des DFB: Herr Löw wirft von sich aus das Handtuch. Dann wäre der Abschied vermutlich auch nicht gratis, aber billiger. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jogi Löw weitermacht!

Heute geht es mit der WM weiter!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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