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1. FEBRUAR 2022 – Dienstag

01.02.2022 | Tageskommentar

 

Renata Tebaldi. Foto: Youtube

Zum 100. Geburtstag von Renata Tebaldi

Renata Ersilia Clotilde Tebaldi (* 1. Februar 1922 in Pesaro; † 19. Dezember 2004 in San Marino), bekannt als die „Engelsstimme“, war eine italienische Opernsängerin (Spinto-Sopran).

Leben

Renata Tebaldi wurde als Tochter eines Orchestermusikers geboren. Trotz schwerer Krankheiten – sie erkrankte als Kind an Kinderlähmung – und Armut ihrer Familie konnte sie am Konservatorium in Parma Gesang studieren, nachdem sie zunächst Pianistin werden wollte. Ihr Debüt hatte sie im Jahr 1944. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Sopran vom Dirigenten Arturo Toscanini entdeckt, gefördert und an die Mailänder Scala verpflichtet, wo sie 1946 bei einem berühmt gewordenen Konzert zur Wiedereröffnung des Hauses nach kriegsbedingter Renovierung mitwirkte.

Mit der ebenfalls an der Scala engagierten Maria Callas kam es zum Wettstreit der Stimmen. Nach Platzhirsch-Rangeleien wich Renata Tebaldi in die USA aus…

WIENER STAATSOPER SAGT HEUTIGE „MANON LESCAUT-AB. ERSTE VORSTELLUNG NUN FÜR  FREITAG VORGESEHEN!

Die Inszenierung mit Asmik Grigorian war für den heutigen Dienstagabend angesetzt und soll nun am Freitag stattfinden.

WIEN / Staatsoper: PIQUE DAME von Peter I. Tschaikowski (34. Aufführung in dieser Inszenierun – 30. Jänner 2022)

Olga Borodina (Gräfin). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Mucksmäuschenstill wird es, wenn die geheimnisumwobene Gräfin die Bühne betritt. Olga Borodinas Auftritt gerät zum Ereignis, ihre Bühnenpräsenz ist ebenso raumfüllend wie ihr Gesang, auch wenn sie ihr französisches Chanson nur mezzavoce vorträgt. Ihrem zauberhaften Bann kann sich niemand entziehen, und die einschüchternde Szene im zweiten Akt jagt einem die Gänsehaut über den Rücken…

…Ein Opernabend, wie er sein soll!

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Walter Nowotny berichtet: Völlig unerwartet gerieten die vier Aufführungen von Tschaikowskys „Pique Dame“ (die dritte Aufführung sah ich allerdings nur via Stream) zu den besten Aufführungen der ersten Halbzeit der laufenden Staatsopernsaison. Das hatte vor allem zwei Gründe:

Erstens die szenische Neueinstudierung, die die Regisseurin Vera Nemirova selbst vorgenommen hat. Sie hat ja die Handlung in die postkommunistische Zeit in Russland verlegt. Alles spielt sich in einem heruntergekommenen Palais ab, das die Kommunisten scheinbar als Kinderheim benutzt haben. Neureiche Oligarchen vertreiben die Kinder aus diesem Haus und bauen es zu einem Vergnügungstempel und am Schluss zu einem Kasino um. Vera Nemirova hat bei der Neueinstudierung jetzt auch szenische Änderungen vorgenommen, angepasst an die neue Besetzung. In der Premiere 2007 starb die alte Gräfin während des Geschlechtsverkehrs mit Hermann. Das war aber natürlich nur mit so großartigen Singschauspielern wie Anja Silja und Neil Shicoff möglich. Nunmehr stirbt die Gräfin noch in Vorfreude auf den Liebesakt, zu dem sich Hermann aber nicht hinreißen lässt. Nachdem er sie kurz gewürgt hat, weil sie ihm die drei gewinnbringenden Karten nicht verraten will, stirbt sie (einen Herztod?). Ob man diese Inszenierung nun mag oder nicht, eines kann man ihr jedoch nicht absprechen: Sie ist ungemein spannend von Anfang bis zum Schluss…
…Nachdem die ersten drei Vorstellungen leider vor halbleerem Haus stattgefunden haben, war diese letzte Aufführung ganz gut besucht. Jeder Opernliebhaber, der keine der vier Aufführungen besucht hat, hat was versäumt!

Und noch eine Bitte an die Direktion: Bitte mehr Aufführungen von dieser Qualität und mehr Abende mit Valery Gergiev am Pult!

Zum Bericht
von Walter Nowotny

Österreich
Die Staatssekretärin und die neuen Verordnungen
OTS.at-Presseaussendung

Corona: Ab 19. Februar bei allen Veranstaltungen 3G
Ab 12.2. entfällt 2G für Museen, Lockerung in Kultur für Mayer „Schritt Richtung Normalität“.
Kurier.at

Noch ist nicht klar, ob Wien wieder einen Alleingang startet. Theoretisch könnte der Bürgermeister schärfere Anordnungen treffen. Ein nicht ganz ernstgemeinter Vorschlag stammt von einer Leserin: Nach der Presseaussendung des Kulturstaatssekretariats fallen die zusätzlichen PCR-Tests weg. Weiss man, ob Wien da mitgeht oder den Bund im Regen stehen lässt?

Ich plädiere dafür, die Grundstücke der Bundestheater aus dem Stadtgebiet von Wien heraus zu nehmen und als bundeshoheitlich zu definieren. Dann hört dieses Landesfürstengehabe auf…

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN. Premiere

Elena Tsallagova und Angela Brower in der Münchner „Füchslein“-Produktion. Foto: Wilfried Hösl

Trauerarbeit im Glitzerwald: Leoš Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ an der Bayerischen Staatsoper
Neue Musikzeitung/nmz.de

Mit Flitter und Glitter: „Das Schlaue Füchslein“ in München
BR-Klassik.de

Crescendo-Klassikwoche
Münchner Gnadengesuch, Wiener Sinnkrise und Berliner Allerlei
KlassikWoche 05/2022

…Erstaunlich wenig Wellen hat bisher ein Bericht erzeugt, der diese Woche im VAN-Magazin erschienen ist. Darin geht es unter anderem um die Nachfolge von Intendant Matthias Schulz (er geht von der Staatsoper in Berlin nach Zürich) und um die Schwierigkeit, wie man mit Dirigent Daniel Barenboim (er ist „Chefdirigent auf Lebenszeit“) einen Neuanfang schaffen will. Der Text fasst zusammen, wie Barenboim sich der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen ihn angeblich entzieht, wie die Berliner Kulturpolitik die alten Vorwürfe gegen den Dirigenten weitgehend ignoriert hat und dass die Stimmung des Orchesters gespalten ist. Die Autoren Hartmut Welscher und Jeffrey Arlo Brown erzählen, dass die Intendantin der Bregenzer Festspiele, Elisabeth Sobotka, als Nachfolgerin im Gespräch sei und außerdem – Achtung!!!! – Rolando Villazón. Tatsächlich erreichten auch mich diese Woche mehrere Nachrichten, dass man auf politischer Seite wohl „mit Frankreich“ (Villazón wohnt in Paris) verhandle. Pikanter Sidefact: In den letzten Wochen haben wir in diesem Newsletter bereits erfahren, dass Villazón und Anna Netrebko die gleiche Managerin haben. Und, oh Wunder!, auch Daniel Barenboim wird von ihr vertreten…

Crescendo.de

Zoff in Berlin? „Lebenslänglich“
Vor 22 Jahren wurde Daniel Barenboim von der Staatskapelle Berlin zum »Chefdirigenten auf Lebenszeit« ernannt. Dieser Bund droht immer mehr zur Hypothek zu werden. Die Risse im Beziehungsgeflecht vertiefen sich, Staatsopern-Intendant Schulz verlässt demnächst das Haus, der Kulturpolitik gelingt kein Befreiungsschlag. Wie kann es jetzt weitergehen?
https://van-magazin.de/mag/daniel-barenboim-staatsoper-2022/

„Konzertgänger in Berlin“
Unwegs. Premiere ANTIKRIST von Rued Langgaard an der Deutschen Oper Berlin
Irres Zeuch zweifellos – für mich eine höchst eigenartige Mischung aus Faszination und Qual. Pandemiebedingt mehrfach verschoben, jetzt endlich premiert an der Deutschen Oper Berlin wurde die mystikschrullige „Oper“ ANTIKRIST des egomanischen Außenseiters Rued Langgaard
https://hundert11.net/unwegsam/

Heidelberg: LULU  29.1.2022  Premiere

In einer für Kammerorchester bearbeiteten Fassung von Eberhard Kloke hatte die Oper von Alban Berg /Text vom Komponisten nach den Tragödien „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“ von F.Wedekind ihre Live-Premiere. Da Kloke nur die zweiaktige Fassung (der 3.Akt wurde von Friedrich Cerha vollendet) bearbeitete, kam dabei eine handliche 2 1/2stündige Fassung heraus, die umso mehr Corona-kompatibel erschien. ..

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Dmitri Schostakowitsch: Die Nase • Theater Basel • Vorstellung: 30.01.2022
Eine grossartige Ensembleleistung

Am Theater Basel ist eine Rarität in mehrfacher Hinsicht zu erleben. Dmitri Schostakowitsch satirisches Frühwerk «Die Nase» in deutscher Sprache (Deutsche Übersetzung von Karl Heinz Füssel und Helmut Wagner, Aufführungsfassung von Sabrina Zwach) und das mit absoluter Textverständlichkeit…

Weitere Aufführungen: 18.02.2022/20.02.2022/23.02.2022/24.02.2022/26.02.2022/, 04.03.2022/13.03.2022/20.03.2022/24.03.2022

Zum Bericht von Jan Krobot

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Fritz Krammer schreibt: Golovnin war wirklich gestern großartig, wie auch vom Rezensenten beschrieben! Das Orchester, nach so vielen Taktschlägern der letzten Wochen, wie ausgewechselt. Ich war wenigstens in zwei Aufführungen!

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

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Passend zu „Crescendo“ (Presseschau):  Lorenzo Viotti und dem neuen Pullover. Der schwimmt momentan bei Boss und Valentino.

 

ZU INSTAGRAM

LINZ: Theaterverein Shakespeare grådaus: CROWDFUNDING FÜR DAS NEUE STÜCK VON DETT UND MASON
AUFRUF DER THEATERURGESTEINE AN IHR PUBLIKUM

Henry Mason, Daniela Dett. Foto: privat

2005 sangen und spielten sich Musicaldarstellerin Daniela Dett und Theatermacher Henry Mason mit dem Programm DOWN WITH LOVE (Shakespeare meets Broadway) in die Herzen des oö. Publikums.
Siebzehn Jahre lang hat man sie gefragt, ob sie das ungewöhnliche Format, in dem Shakespearetexte und Songs von George Gerschwin, Cole Porter und Kurt Weill aufeinanderprallten, nicht wieder aufleben lassen wollen.

Nun ist es soweit! 2022 kommen die beiden Publikumslieblinge in ihrem neuen Programm DOWN WITH LOVE. RELOADED. (Shakespeare meets Pop and Rock) wieder zusammen, diesmal mit einer großartigen Band und ihrem Special Guest und Bandleader Daniel Große Boymann. „Wir hoffen, den Erfolg des ersten Programms noch zu toppen“, sagt Henry Mason.

Es wird die erste Produktion des neuen Theatervereins Shakespeare grådaus, den Mason und Dett 2021 gegründet haben. “Spielerisch, sinnlich und vor allem humorvoll wollen wir unsere Leidenschaft für William Shakespeares virtuose, freche, bildgewaltige Sprache teilen“, berichten die beiden….

Mehr darüber in den „Infos des Tages“

KERZENLICHTKONZERTE IN NIEDERÖSTERREICH

 

Sehr geehrte Konzertbesucher, liebe Musikfreunde!

Das Programm der Saison 2022 ist online und kann unter www.kerzenlicht-konzerte.at abgerufen werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr
Kerzenlicht-Konzerte Team

Bergamo: Konferenz „Elixir of Life“ von Opera Europa 

Die erste Live-Konferenz von Opera Europa, der Dachorganisation der europäischen Opern-Kompagnien und Festivals, seit über zwei Jahren fand während der Eröffnungstage des Festival Donizetti Opera 2021 statt. Im Rahmen der Tagung mit fast 200 Teilnehmern haben die Gastgeber vier Produktionen zusammengestellt, die in zwei wunderschönen Theatern in der Ober- wie in der Unterstadt der reizvollen Stadt Bergamo gespielt wurden.

21 junge (angehende) Opernmanager nutzten die Gelegenheit zur Weiterbildung. Foto: Klaus Billand

Zum Endbericht von Klaus Billand

Wien
Burgtheater verschiebt Premieren von „Reich des Todes“ und „Cyrano“
Erkrankungen im Ensemble – Neue Premieren vermutlich erst im Frühling
DerStandard.at

10. Europäischer Theatertag der Toleranz – heute, am 1. Februar

Genau vor 10 Jahren haben Bernd.C. Sucher, Gaby Welker, Renald Deppe,François-Michel van der Rest und ich den Europäischen Theatertag für Toleranz ins Leben gerufen.
Der Anlass war die Übernahme eines ungarischen Nationaltheaters inBudapest, des „Kleinen Theaters“, durch einen rechtsextremen Theaterintendanten, der der berüchtigten Jobbik Partei angehörte, nachdem der bisherige Intendant von der Regierung abgesetzt wurde. Diese Parteihetzte ganz offen gegen Homosexuelle, Roma, Juden und Ausländer…

Mehr in den „Infos des Tages“

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Null-Covid-Strategie macht Chinesen Sorgen: Im einst boomenden Riesenreich greift Verunsicherung um sich. Die umstrittene Null-Covid-Strategie sorgt dafür, dass China den wirtschaftlich wohl schwierigsten Zeiten seit langem entgegengeht. Nach 8,1 Prozent im Jahr 2021 dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr nur noch um 5 Prozent wachsen.
    Zum Bericht
  • Familienangehörige von US-Diplomaten sollen Weissrussland verlassen: Das amerikanische Aussenministerium hat wegen der Ukraine-Krise die Ausreise der Familienmitglieder angewiesen. Die amerikanische Regierung warnte in ihren Reisehinweisen vor einer «ungewöhnlichen und besorgniserregenden russischen Militärausrüstung entlang der weissrussischen Grenze zur Ukraine».
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Deutsche Polizei nimmt zwei Tatverdächtige wegen Polizistentötung fest: Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz hat die deutsche Polizei am Montagabend zwei Personen festgenommen. Sie hatten am Montagmorgen die Beamten bei einer Verkehrskontrolle getötet. Laut Informationen der «Bild»-Zeitung hielten die Beamten den Wagen an, weil im Kofferraum totes Wild lag.
    Zum Bericht

Neue Corona-Regeln für Reisende nach Italien: Wer aus anderen EU-Staaten nach Italien reist, braucht nun entweder einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung, genesen zu sein. Zuvor galt wegen der Omikron-Variante für alle – egal, ob geimpft oder genesen – auch eine Testpflicht. Ungeimpfte mussten fünf Tage in Quarantäne.
Zu den neusten Entwicklungen weltweit

Österreich
Nicht am 1. Februar – Impfpflicht kommt später als gedacht
Eigentlich sollte die Impfpflicht mit 1. Februar starten – so der Plan der Regierung. Tatsächlich kann das Gesetz aber noch gar nicht in Kraft treten.
https://www.heute.at/s/nicht-am-12-impfpflicht-kommt-spaeter-als-gedacht-100187421

Österreich
Was nach den Sidelettern auf Österreich zukommt
Österreichische Tradition hin oder her, das Land sollte einsehen, dass Postenschacherei ein für alle Mal ihr Ende finden muss.
DiePresse.com

Ich verstehe diese Diskussion überhaupt nicht. Bin ich nun total begriffstutzig oder abgebrüht. Selbst im kleinsten Gemeinderat gibt es laufend Absprachen, auch über Postenbesetzungen. Umso mehr sind solche in Koalitionen ein Thema, man einigt sich eben. Wie soll es sonst in der Praxis funktionieren. Was ist daran grundsätzlich schlecht?

Von „roter Seite“ habe ich gestern eine sehr treffende Beschreibung gehört: Natürlich haben wir das auch mit den Schwarzen gemacht, aber wir haben einander zutiefst misstraut (Anm.d.Red.: eigentlich könnte man sogar vertraut sagen), sodass wir es nicht zu Papier oder gar in den Chatverkehr gebracht haben“Jedes Schriftl is a Giftl“  –  alte Politikerweisheit! Diese wird aber auch anderweiting praktiziert.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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