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Die internationale Kulturplattform

1. DEZEMBER 2021 – Mittwoch

01.12.2021 | Tageskommentar

Rudolf Buchbinder ist ab heute ein Fünfundsiebziger. Foto: Buchbindernet

Einen jüngeren Klavierstudenten als ihn hatte die Wiener Musik-Akademie noch nie gesehen. Und der Elan, mit dem er einst ins Wiener Musikleben stürmte, scheint ungebrochen. 

Rudolf Buchbinder, Beethovens wienerischer Sachwalter
Der Pianist, Dirigent, Sammler und Festspielintendant feiert am 1. Dezember seinen 75. Geburtstag. Auch im Lockdown war er kaum zu bremsen.
Die Presse.com

Deutschland: Claudia Roth als Kulturstaatsministerin: Keine Macht für Niemand

Claudia Roth wird Staatsministerin für Kultur und Medien. Mit der Grünen-Spitzenpolitikerin wird es für Preußen-Nostalgiker ungemütlich.

 

Nun werden also wohl bald in beiden Regierungsinstitutionen Politikerinnen der Grünen die Führung übernehmen. Im Auswärtigen Amt ist es Annalena Baerbock. Und als Staatsministerin für Kultur und Medien wird es Claudia Roth sein, die aus dem von der SPD-geführten Kanzleramt unter Olaf Scholz wirken wird.

Für Insider war die Nominierung Claudia Roths keine große Überraschung. Die 1955 in Ulm geborene amtierende Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags gilt – wie auch der künftige Minister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir – als eine der erfahrensten aktiven Grünen-Politikerinnen überhaupt.

Und Roth repräsentiert durch ihre Vita kulturell selbst vieles von dem, für das die Grünen nun einstehen wollen. Stichworte sind: mehr Gendergerechtigkeit, die konsequente Durchleuchtung staatlicher Sammlungen nach arisierter sowie kolonialer Raubkunst, eine dem Antifaschismus verpflichtete Erinnerungspolitik sowie eine bessere soziale Absicherung der freischaffenden Künstler und Kreativen.

Die bei Memmingen aufgewachsene Roth hat sich als kämpferische, grüne Bürgerrechtlerin einen Namen gemacht, die sich auch von älteren polternden Herren in ihrer Karriere nicht einschüchtern ließ…

https://taz.de/Claudia-Roth-als-Kulturstaatsministerin/!5815441/

Ob Frau Roth für die Hochkultur ein Gewinn ist? Man sagt, dass jedes Volk die Politiker bekommt, die es verdient! Das ist in einer Demokratie nun einmal so.

MAILAND: SCALA-SAISONERÖFFNUNG MIT „MACBETH“ am 7. 12. Die Proben laufen auf Hochtouren

Gefunden von Fritz Krammer

ZU INSTAGRAM – kurzer Trailer

Man beachte die Dollarzeichen am Kleid

 Zwei Bühnenbilder für „Macbeth“

 

ZU INSTAGRAM mit einem weiteren Bühnenbild

Nach der Pressekonferenz zur Premiere (PK am 30.11.)

 

ZU INSTAGRAM mit Video

Mailand
Lady Netrebko. Scala hält an Saisonstart mit „Macbeth“-Premiere fest
Am 7. Dezember mit Anna Netrebko – Mailänder Theater ergreift besondere Schutzvorkehrungen und verzichtet auf Galadiner
Der Standard.at

KOMISCHE OPER BERLIN: Premieren »Orpheus in der Unterwelt« und »Die Blume von Hawaii« (7./19.12.) – Mehr über »Kulturbauten der Zukunft« – Absage Mitsing-Konzert (13.12.)

Wir spielen und wir hoffen! Im Dezember präsentieren wir mit Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt in einer Inszenierung von Barrie Kosky und einer konzertanten Neuproduktion von Paul Abrahams Die Blume von Hawaii gleich zwei Operetten-Premieren.

Aber es gibt auch eine weniger gute Nachricht: Unser traditionelles Mitsing-Konzert muss auch in diesem Jahr leider entfallen. Digital Lectures hingegen sind pandemie-unabhängig. Daher laden wir herzlich zu unserer Reihe »Kulturbauten der Zukunft« ein, die auch im Dezember an ausgewählten Dienstagen stattfindet – online und kostenlos.

Mehr in den heutigen „Infos des Tages“

STUTTGART: Mozart-Zyklus mit Cornelius Meister und dem Staatsorchester Stuttgart

Genau 230 Jahre nach Wolfgang Amadeus Mozarts Tod am 5. Dezember 1791 führen Cornelius Meister und das Staatsorchester Stuttgart im 2. Sinfoniekonzert der Saison 2021/22 an drei Tagen Mozarts sechs letzte Sinfonien auf. Am Sonntag, 5. Dezember um 11 Uhr sowie am Montag, 6. Dezember 2021 um 19.30 Uhr erklingen je drei Sinfonien im Beethoven-Saal der Liederhalle. Bereits am Samstag, 4. Dezember um 12 Uhr, vermittelt ein „Erklärkonzert“ Besonderheiten und Hintergründe von Mozarts „Prager“ Sinfonie Nr. 38.

Seit 2019 gibt es jedes Jahr ein Sinfoniekonzert-Projekt, bei dem Cornelius Meister und das Staatsorchester Stuttgart sonntags und montags unterschiedliche Programme aufführen und dem Publikum auf diese Weise zyklische Aufführungen bieten: Auf sämtliche Schumann-Sinfonien, verteilt auf zwei Tage, folgen nun die letzten sechs Mozart-Sinfonien. Auch in den nächsten Jahren werden derartige Zyklen (mit anderen Komponist*innen) fortgesetzt. Mit den späten Mozart-Sinfonien beendet das Staatsorchester Stuttgart ein Jahr, in dem es sich ganz intensiv mit dem sinfonischen Werk Wolfgang Amadeus Mozarts auseinandergesetzt hat, u. a. mit mehreren Mozart gewidmeten Aufführungen auf der Freilichtbühne am Killesberg im Frühsommer…

Mehr darüber in den heutigen „Infos des Tages“

Jennifer O’Loughlin und Lucian Krasznec zu Bayerischen Kammersängern ernannt

Die neu ernannten Bayerischen Kammersänger. Foto: Christian POGO Zach

30. November 2021; Die beiden Solisten des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Jennifer O’Loughlin und Lucian Krasznec, wurden am Sonntag, 28. November im Namen des Bayerischen Kunstministers Bernd Sibler von Staatsintendant Josef E. Köpplinger zu Bayerischen Kammersängern ernannt. Die Ernennungsurkunden wurden im Anschluss an die Premiere der Oper »Anna Bolena« im Staatstheater am Gärtnerplatz überreicht.

»Jennifer O’Loughlin und Lucian Krasznec verzaubern mit ihrem herausragenden Talent seit über fünf Jahren das Publikum des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Mit der Ernennung zur Bayerischen Kammersängerin und zum Bayerischen Kammersänger würdigen wir ihre enorme künstlerische Leistung. Ihre Stimmen, ihre Spielfreude und ihre Vielseitigkeit machen sie zu ganz besonderen Publikumslieblingen. Ich freue mich sehr, dass Frau O’Loughlin und Herr Krasznec in denerlesenen Kreis der Bayerischen Kammersänger aufgenommen werden«, betonte Sibler anlässlich eines persönlichen Gesprächs mit der Künstlerin und dem Künstler heute im Ministerium für Wissenschaft und Kunst…

Ausführlicher und mit Biographien in den heutigen „Infos des Tages“

Hamburg/ Elbphilharmonie
Er tänzelt, tanzt und trippelt mit den Füßen – er ist ein Taktgeber ohne Taktstock
Teodor Currentzis ist ein Dirigent, der tänzelt, der tanzt, der mit den Füßen trippelt. Er ist ein Taktgeber ohne Taktstock – auch in einem der schönsten Konzertsäle der Welt.
Klassik-begeistert.de

Kultur im Berliner Koalitionsvertrag: Klaus Lederer hat große Pläne
Der alte Senator ist auch der neue: Klaus Lederer kann seine bisherige politische Linie weiterführen – und darf außerdem jede Menge neue Projekte anstoßen
Tagesspiegel.de

New York
Met Opera’s Conductor Drops Out of “Figaro’
Yannick Nézet-Séguin said a nearly four-week break from the podium would allow “time for me to re-energize” after a busy autumn.
https://www.nytimes.com/2021/11/29/arts/music/yannick-nezet-seguin-met-opera.html

Eurydice at the Metropolitan Opera pits music against love
Young composer Matthew Aucoin is an intellect of staggering facility but moves too fast
https://www.ft.com/content/98d42df1-c8a5-47ef-b8b8-c83fe31e9dca

Ex-Beatles und Witwe erinnerten am 20. Todestag an George Harrison
Die Ex-Beatles Paul McCartney und Ringo Starr haben am Montag an dessen 20. Todestag an den früheren Bandkollegen George Harrison erinnert.
Puls24.at

Sprechtheater

Wien/ Netzkultur: Volkstheater streamt Jandls „Der Raum“
Das „szenische Gedicht für Beleuchter und Tontechniker“ läuft als Online-Dauerschleife von 3. bis 5. Dezember.
WienerZeitung.at

Buchbesprechung

 

Erni Mangold 
SAGEN SIE, WAS SIE DENKEN
MEIN LEBEN IN BILDERN
Aufgeschrieben von Doris Priesching
208 Seiten, Molden Verlag in der Verlagsgruppe Styria, 2021

Für Erni Mangold, geboren am 26. Jänner 1927, nähert sich nächstens wieder ein runder Geburtstag, der 95. Und sie war noch bis vor wenigen Jahren in ihrem Schauspieler-Beruf aktiv. Das heißt, dass Generationen von Theaterbesuchern (und zuletzt auch Fernseh-Zusehern) sie kennen. 2011 hat sie sich erstmals zu „Memoiren“ entschlossen, unter dem etwas unwirschen Titel „Lassen Sie mich in Ruhe“. Zum 90er wurde das Buch neu aufgelegt, und nun hat sie – wiederum mit Hilfe der Journalistin Doris Priesching –  ihr Leben „in Bildern“ vorgelegt.

Vor der Bilderflut gibt es Grundsätzliches von der bald erneuten Jubilarin, die sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Dass man im Alter nicht automatisch „bescheuert“ sei, hält sie fest (weil alte Leute von jüngeren gern so behandelt werden). Aber auch zur Politik äußert sie sich mit gewohnter Scharfzüngigkeit, wenn sie ihre Überzeugung kund tut, dass wir uns schon lange auf dem Weg in eine neue Diktatur befinden. „Die Ähnlichkeit mit den Nazis ist evident“, sagt sie. Auch die Worthülsen, die hinter Modeworten stecken, erregen sie, etwa  „Handlungsbedarf“ oder „Nachhaltigkeit“. Sie hasst Schwätzer…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aufrichtigkeit: Was Ehrliche auszeichnet
Doch wie kann man wissen, wann man es mit Aufrichtigkeit und wann mit Heuchelei oder Lügen zu tun hat? Hinterhältigkeit wird oft durch gespielte Aufrichtigkeit vertuscht. Aufrichtige Personen sind in der Lage, ihre Meinungen offen zu äußern und diese auch zu vertreten. Sie sagen genau das, was sie auch meinen!
TTT’s Textempfehlungen haben immer deutlich relevantes „Gewicht“ für gegenwärtiges Theater.
https://karrierebibel.de/aufrichtigkeit/

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • US-Regierung droht Ende Dezember Zahlungsausfall: Die aktuelle Schuldenobergrenze von rund 29 Billionen US-Dollar ist nach Angaben des Haushaltsamts des Kongresses (CBO) bereits überschritten. Ein Zahlungsausfall der weltgrössten Volkswirtschaft könnte eine globale Finanzkrise und einen wirtschaftlichen Abschwung auslösen.
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  • Drei Personen sterben bei Schüssen in High School im amerikanischen Gliedstaat Michigan: Ein 15-Jähriger soll das Feuer eröffnet und mindestens drei seiner Mitschüler getötet haben. Sieben weitere Schüler und ein Lehrer seien bei dem Vorfall am Dienstag durch Schüsse verletzt worden. Bei den Toten handele es sich um einen 16-Jährigen, eine 14-Jährige und eine 17-Jährige.
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  • CNN suspendiert Fernsehmoderator Chris Cuomo: Drei Monate, nachdem sein älterer Bruder Andrew Cuomo als Gouverneur von New York zurücktreten musste, weil er Untergebene sexuell belästigte, gibt es nun auch Konsequenzen für Chris Cuomo. Er hatte CNN nicht die volle Wahrheit über seine Kontakte zum politisch angeschlagenen Bruder gesagt.
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  • Josephine Baker wird zur idealen Französin: Als erste schwarze Frau und als erste Person mit nichtfranzösischen Wurzeln ist Josephine Baker ins Pariser Panthéon übergeführt worden. Es ist die grösste Ehre, die einer Persönlichkeit in der französischen Republik zuteilwerden kann. Baker ist zu einer Projektionsfläche für jenes Frankreich geworden, das sich Präsident Macron wünscht.
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  • Dormakaba muss Konzernspitze neu besetzen: Nach acht Monaten an der Spitze des schweizerisch-deutschen Spezialisten für Schliesstechnik und Zutrittssysteme geht die frühere Siemens-Managerin Sabrina Soussan. Nun soll der bisherige Asien-Chef, Jim-Heng Lee, das Tagesgeschäft leiten. Anleger reagieren schockiert.
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    Auch das vierte Duell der Schach-WM endet mit einem Remis:
    Schachweltmeister Magnus Carlsen hat in Dubai den erhofften Sieg an seinem 31. Geburtstag verpasst. Der Norweger trennte sich von seinem russischen Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi erneut mit einem Remis. Damit steht es im auf 14 Partien angesetzten WM-Duell 2:2.
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     1. Gebot: „Du sollst nicht löten“

 

Du sollst nicht löten…
so lautet das erste Gebot vieler Firmen, die ihre Produkte so gestalten, dass man sie nicht reparieren kann. Die Bewegung der Repaircafés will Menschen ermächtigen, Technologie zu verstehen und Dinge wieder instand zu setzen…

Es ist ein Teufelskreis. Dem Konsumenten fehlt das Bewusstsein oder das technische Wissen für eine Reparatur, und viele Teile sind so verbaut, dass ein Austausch kaum möglich ist. Als ein junger Mann vor dem Anhänger des Rollberger Repaircafés stehen bleibt und ein Handy mit kaputtem Display in die Runde zeigt, schütteln die Tüftler den Kopf. Einen Profi, sagt Boenigk, zeichne aus, dass er an der richtigen Stelle sagt: „Diese Tablette gibt es in meiner Apotheke nicht.“

Handys und Laptops, erklärt Boenigk, seien mit jeder neuen Generation schwerer instand zu setzen: die Akkus fest eingebaut, die Displays so verklebt, dass sie sich nicht von Halbprofis austauschen lassen. Oft bleibt die Wahl zwischen kostspieliger Profireparatur und ebenfalls teuren Ersatzteilen– oder der Entsorgung…

www.fluter.de

Ja, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Eine Reratur muss teurer sein als eine Neuanschaffung. Nur so funktioniert das Geschäft. Traurig – aber leider weltweit üblich!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C

 

 

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