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1. DEZEMBER 2019 – Sonntag

01.12.2019 | Tageskommentar


Erstes Szenenfoto der Wiener „Orlando-Produktion. Kate Lindsey und Agneta Eichenholz. Foto Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Ausnahmezustand an der Wiener Staatsoper. Eine Neuproduktion mit 19 Szenenbildernd ist in jeder Hinsicht fordernd, erschwerend kommt noch dazu, dass die Komponistin anwesend ist. Und da diese Komponistin Olga Neuwirth heißt, macht die Sache noch komplizierter. Die Absage der Matinée vorigen Sonntag wurde mit terminlichen Problemen begründet, so ganz glaube ich diese nicht.

Nein, ich habe überhaupts nichts von derartigen Problemen gehört, reines „Kaffeesud-Lesen“ ist meine Vermutung freilich auch nicht – es kann gar nicht anders sein!  Aber das hat man eben davon, wenn man ein Werk einer zeitgenössischen Komponistin aufführt! Die Regisseurin Polly Graham braucht starke Nerven. Dem Dirigenten Matthias Pintscher könnte Frau Neuwirth hingegen hilfreich zur Seite stehen – aber der ist selbst Komponist.

Eines geht in Wien in dieser Konstellation freilich nicht, nämlich das was in Paris derzeit mit Fürst Igor passiert. Der Regisseur, in diesem Fall Barrie Kosky, hat das Stück „umgeschrieben“ und Wiens künftigem Chefdirigenten Philipp Jordan hat das  entweder gefallen oder er hat resigniert. Jedenfalls hat er nicht „reagiert“, wie die „Frankfurter Allgemeine“ zu berichten weiß: … Barrie Kosky befindet im Programmheft, der Inhalt des Librettos sei „wackelig“ und seine Form „wenig brillant“, leitet aus dieser richtigen Diagnose aber die falsche Kur ab. Der Leiter der Komischen Oper Berlin schreibt die Handlung radikal um – ein Kniff, auf den leider viele Regisseure rekurrieren, sobald sie sich durch die Aufgabe überfordert sehen, ein Stück gemäß dessen eigener Gesetzmäßigkeit zu inszenieren. .. (Bericht über Fürst Igor etwas weiter unten)

Wie die Zusammenarbeit in Wien funktioniert hat,  werden es wohl nie erfahren, aber es würde mich interessieren, ob sich die Hauptbeteiligten nach der Premiere noch zu einem lockeren Plausch treffen – oder ob sie genug voneinder haben.


Ensembleszene aus „Orland0“. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wien/ Staatsoper
So wird der „Orlando“ ausschauen
Premiere ist am 8.12.
Kurier

Oper „Fürst Igor“ in Paris: Alles nur halluziniert

Bildergebnis für paris fürst igor

Der Regisseur Barrie Kosky schreibt die Oper um: Alexander Borodins „Fürst Igor“ ist in Paris nicht wiederzuerkennen. Warum der Dirigent Philippe Jordan bei alldem mitmacht, ist ein Rätsel.
Frankfurter Allgemeine

Mariss Jansons ist tot


Mariss Jansons im Jahr 2015. Foto: Wikipedia

Mariss Jansons ist tot. Der lettische Stardirigent verstarb im Alter von 76 Jahren, wie die Wiener Philharmoniker heute bestätigten. Jansons gehörte zu den wichtigsten Dirigenten seiner Generation und stand mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Concertgebouw Orchester in Amsterdam in seiner langen Karriere zwei der renommiertesten Klangkörper der Welt vor.
https://orf.at/stories/3146073/

HEUTE PREMIERE IN DER OPER FRANKFURT: PÉNÉLOPE von Gabriel Fauré

Dirigentin
Joana Mallwitz, „Dirigentin des Jahres“. Copyright: Nikolaj Lund

Musikalische Leitung: Joana Mallwitz
Regie: Corinna Tetzel

ST. MARGARETHEN/ Oper im Steinbruch: TURANDOT (Juli/ August 2020)

FACEBOOK

Stuttgart: Widerstand im Landtag gegen Stuttgarter Opernsanierung

Abgeordnete aus Hauptstadt-fernen Regionen melden Bedenken gegen den Landesanteil von einer halben Milliarde Euro an.
Stuttgarter Nachrichten

Das war zu erwarten, denn die Abgeordneten haben die Wähler in ihrer Region zu vertreten. Anderseits kann man sich die Zustimmung durch regionale „Zuckerl“ abkaufen lassen. Das verteuert die Sache aber zusätzlich!

Berlin/ Philharmonie
Verdis Requiem als spirituelle Erfahrung: Teodor Currentzis entfesselt das Jüngste Gericht in der Philharmonie Berlin
Am Ende dauert es ganze zwei Minuten ehe Teodor Currentzis durch das Senken der Arme den Weg für den frenetischen Schlussapplaus frei gibt. Man ist ihm dankbar für die Möglichkeit, diese Musik in sich ausschwingen zu lassen. Danach Jubel, Blumen und ehrliche, tiefe Begeisterung im Publikum.
Peter Sommeregger berichtet aus der Philharmonie Berlin
Klassik-begeistert

Teodor Currentzis in Berlin: Ein Verdi-Requiem aus der Tiefkühltruhe
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2019/11/konzertkritik-klassik-theodor

Wien: Vortrag über den Komponisten Hans Pfitzner

New York: A “One-in-a-Million Voice’ Arrives at the Met Opera
Lise Davidsen, a 32-year-old soprano starring in “The Queen of Spades,” has swiftly risen to the top of the field.

The young soprano Lise Davidsen will be a fixture at the Metropolitan Opera in the coming seasons.
Credit…Kyle Johnson for The New York Times

The New York Times

Karlsruhe: Das schlaue Füchslein

Uliana Alexyuk (Füchslein Schlaukopf), Alexandra Kadurina (Fuchs) - Foto: Falk von Traubenberg
Foto: Falk von Traubenberg

Klaus Billand schickt uns diesmal eine Rezension aus dem Vormonat.
Zum Bericht von Klaus Billand

INTERVIEW ONLINE: LONG LONG – Tenor aus China: Four Generations of Opera Voices

„Mein beliebtester Komponist ist Tschaikowski. Seine Musik ist schon in meinem Blut. Ich genieße es, Tschaikowski zu singen, als wäre es von Gott gegeben. Die russische Musik ist besonders interessant, sie ist gewissermaßen eine Kombination aus westlicher und östlicher Musik und damit einem Chinesen wie mir näher, vom Atem her auch besser für meine Kehle“.


Long Long beim Wettbewerb „Neue Stimmen“ in Gütersloh; Foto: Jannes Frubel

ZUM INTERVIEW mit Dr. Klaus Billand

Ballett/ Tanz/Interview
Martin Schläpfer im Gespräch: «Ich mag körperlich starke Tänzerinnen»

..“ Ich habe unglaublich gerne starke Frauen – vielleicht übertreibe ich es ein bisschen, weil ich Frauen liebe und sie mich inspirieren. Aber ich mag körperlich starke Tänzerinnen, die den Männern in nichts nachstehen…
Neue Zürcher Zeitung

Filme der Woche


Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Eine Welt in Schwarz, Weiß und vielen Grautönen: Solche Filme (konsequent auf Farbe verzichtend) werden heute kaum mehr gedreht. Allerdings weiß man um den Effekt dieser Licht-und-sehr-viel-Dunkel-Spielereien: Er ist stark und macht sicher einen Teil der Wirkung von „Der Leuchttum“ aus.

Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Leuchtturm, irgendwo auf einer felsigen Insel an der kanadischen Küste. Hier tun zwei Männer jeweils einen Monat Dienst. Vier Wochen ausschließlich den anderen als Partner – da ist die Frage, ob das gut geht. „Boredom makes men to villains“, knurrt der Ältere der beiden – es ist Willem Dafoe als Thomas Wake, die Haare struppig, der Dialekt breit, kaum zu erkennen, hintergründig von der ersten Sekunde an.

Aber auch der sonst so schöne Robert Pattinson als Neuankömmling Ephraim Winslow irrlichtert von Anfang an: Hohläugig tritt er seinen Dienst bei dem Oldie an, und natürlich wird es eine Geschichte der Machtverteilung. Sie reden Prolo-Sprache und kämpfen erst auf dieser Ebene. Widerspruch verträgt der alte Wake nicht, der Neuling wird ungefragt für die „niedrigen Dienste“ eingeteilt. Die Frage ist nur, wie lange sich Winslow das gefallen lässt…

Film: Brisante DoRo-Pleite: Mitarbeiter soll 80.000 Euro veruntreut haben
Laut Filmemacher Rudi Dolezal ist kaum Vermögen vorhanden, die Gläubiger werden daher eher leer ausgehen.
https://kurier.at/chronik/oesterreich/brisante-doro-pleite-mitarbeiter-

Der Musikproduzent und Filmemacher wurde als „der große Sohn Purkersdorfs (eine Nachbargemeinde Mauerbachs, wo dieser Tageskommentar am Sonntagmorgen entsteht) bezeichnet. Nun, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ein Unternehmer kann einmal Pech haben. Er sollte aber nicht zu oft Pech haben.

Der Verlust von 80 000 Euro hat Herrn Dolezal also aus der Bahn geworfen. Einen „großen Sohn“ dürfte es bei dieser Summe nicht so ergehen. Ich bin kein „Großer Sohn“, aber wenn ich einmal keine 80 000 Euro wert bin und Verbindlichkeiten an Firmen, die das Geld (insgesamt sind es an Schulden angeblich 540 000 Euro) zur Existenzsicherung brauchen und für ich ich Mitleid empfinde, nicht bezahlen kann, dann stürze ich mich von einer Brücke – aber gewiss von keiner über den Mauerbach!

EM 2020: Österreich zieht Duell mit „Oranje“
Österreich wird bei der EM 2020 seine Vorrundenspiele in Amsterdam und Bukarest bestreiten. Die Mannschaft von Teamchef Franco Foda wurde am Samstag bei der Auslosung in Bukarest in Gruppe C mit Mitveranstalter Niederlande und der Ukraine gelost. Dazu kommt ein Gegner aus dem Nations-League-Play-off, also eher einer aus der Kategorie „Bloßfüßige“ .
https://sport.orf.at/stories/3056450

Das war Losglück – wenn ich etwa die Deutschland-Gruppe als Vergleich heranziehe. Lassen wir die Niederlande außen vor, aber der realistische Gegner heißt Ukraine – und gegen den muss man gewinnen, will man weiterkommen. Den Mund nehmen wir Österreicher ja ganz schön voll!

Bayern München gegen Bayer Leverkusen 1:2

Studieren Sie die Statistik: Bayern 75 % Ballbesitz (Leverkusen demnach nur 25%), Passgenauigkeit phänomenale 87 % bei Bayern München (besser geht es eigentlich nicht). Wieso dann eine Niederlage? „Wer angreift, verliert“! Das sollte zwar nicht so sein, ist aber so! Leider! Ich selbst hatte in der besten Zeit meines Vereins (in Österreichs dritthöchster Spielklasse) zwar eine gute, aber keineswegs eine überragende Mannschaft. Was bleibt also anderes übrig, als sich hinten reinzustellen und auf Konter sowie auf Fehler des Gegners zu lauern! Oft wurde ich als „Totengräber des Fußballs“ beschimpft – die Punkte waren aber auf unserem Konto. Da hält man sogar Beschimpfungen aus!

Verbringen Sie einen schönen Sonntag!

A.C.

 
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