Am Dienstag fielen die Reaktionen heftiger aus. Aber gewiss nicht so, wie sich das der weltweit gefeierte Startenor wohl gewünscht hätte. Als er nach seinem Dirigat vor den Vorhang trat, übertönten mehrere Buh-Rufe den Beifall. Domingo schien ein wenig ungläubig dreinzublicken. Und zeigte sich kein weiteres Mal alleine auf der Bühne, sondern nur noch einmal zusammen mit dem Sängerensemble…

...Es mag daran gelegen haben, dass Domingo in dieser „Walküre“ einen Wagner-Stil praktizierte, von dem man glaubte, dass er längst der Vergangenheit angehört. Der Dirigent setzte auf Pathos, statt auf dramatischen Zugriff. Jedoch: Einfach nur langsamer dirigieren führt nicht zwangsläufig dazu, dass Spannung entsteht, wie sich etwa beim Feuerzauber am Schluss des Stücks zeigte… (Quelle: Nordbayerischer Kurier“

Nordbayerischer Kurier

F.K. schreibt: Guten Morgen, war zu erwarten, ich hielt bis nach der Wotan –Fricka Szene durch, dachte die ersten 20 Minuten „ das Werkel bleibt stehen“!

Hat Placido Domingo das nötig? Übertreibt er nicht bereits, strapaziert das grundsätzliche Wohlwollen des Publikums in Anklang an glorreiche Tenor-Zeiten? Dabei hätte nur einen Tag vorher beim „Holländer“ aufmerksam zuhören müssen: „Die Frist ist um“!

Bereits ein Bericht von der gestrigen Walküre (Anton Schlatz):

Und ewig singen die Wälsungen
„Die Walküre“ unter Domingo: Wer motzen will, kann motzen. Wer bewundern will, kann bewundern. So dirigieren nur geniale Zwanzigjährige oder ehrgeizige Achzigjährige.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/08/01/