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1. APRIL 2022 – Freitag

01.04.2022 | Tageskommentar
 
Anna Goryachova. Foto: Staatsoper

HEUTE IN DER WIENER STAATSOPER: CARMEN (Goryachova; Grigolo u.a.)

Musikalische Leitung Alejo Pérez
Inszenierung Calixto Bieito
 
Carmen Anna Goryachova
Don José Vittorio Grigolo
Escamillo,Toreador Alexander Vinogradov
Micaëla Olga Kulchynska
Frasquita Ileana Tonca
Mercédès Isabel Signoret
Zuniga Peter Kellner
Moralès Martin Häßler
Remendado Carlos Osuna
Dancaïre Michael Arivony
Lillas Pastia Jason Dunman

WIEN / Staatsoper: „RIGOLETTO“  –  am 30.3.2022

Ludovic Tezier. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

 Eine der vielen Fehlentscheidungen von Bogdan Roščićs Vorgänger Dominique Meyer war es, die vom Publikum geliebte „Rigoletto“-Produktion von Sandro Sequi in der prachtvollen Ausstattung von Pantelis Dessyllas durch diese schlechte Inszenierung von Pierre Audi in der potthässlichen Ausstattung von Christof Hetzer zu ersetzen. Durch den Bruch mit Franz Welser-Möst dirigierte wenig erfolgreich Myung-Whun Chung und Simon Keenlyside in der Titelpartie musste wegen einer Indisposition während der Premiere durch Paolo Rumetz ersetzt werden. Diese Peinlichkeit wurde bei der ersten (und meines Wissens nach bisher auch einzigen) Kinoübertragung einer Live-Aufführung aus der Wiener Staatsoper weltweit ausgestrahlt. Und mit dieser Unglücksproduktion, auf der wohl Monterones Fluch lastet, müssen das Wiener Publikum und die nachfolgenden Direktoren wohl noch einige Zeit leben…

Zum Bericht über die letzte Vorstellung der Serie (Walter Nowotny)

Zur Info: Suchen Sie heute nach keinem Aprilscherz, ich habe keinen eingebaut. Die Zeiten sind nicht für Scherze ausgelegt!

Schwache Frau“: Jetzt sind sie in Russland sauer auf Netrebko
Nach ihrer Distanzierung von Putin und dessen Angriff auf die Ukraine muss die Star-Sopranistin herbe Kommentare aus ihrem Heimatland verkraften. Ein Auftritt in Nowosibirsk wurde bereits gestrichen, die „Prawda“ schäumt über ihr „Wohlbefinden“.
BR-klassik.de

Der Zickzack-Kurs der Anna Netrebko
Sie steht derzeit nicht auf den Bühnen, seit Mittwoch aber wieder im medialen Rampenlicht: Anna Netrebko bekennt spät Farbe zur Weltlage.
WienerZeitung.at

New York
Auch nach Putin-Distanzierung: New Yorker Oper bleibt bei Haltung zu Anna Netrebko

…. „Nach dem Lesen ihrer Mitteilung sind wir nicht darauf vorbereitet, unsere Position zu ändern“, sagte der Direktor des Hauses, Peter Gelb, der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Anna zeigt, dass sie sich ernsthaft, komplett und langfristig von Putin distanziert hat, dann wäre ich für eine Unterhaltung bereit.“ 
Deutschlandfunk.de

Es kam, wie es kommen musste: Anna Netrebko sitzt nach ihren Zickzack-Kurs zwischen zwei Sesseln! Viele Leser empfinden Schadenfreude und „füttern“ mich mit schlechten Nachrichten über die Sängerin. Ich freue mich nicht darüber und denke mir meinen Teil.  Ich empfinde keine Häme, aber auch nicht unangebrachtes Mitleid. Sie hat sich die Sache durch ihr reichlich naives Verhalten selbst eingebrockt und winselt nun um die Fortsetzung der Karriere, die in ihrem Fach ohnehin nicht mehr allzu lang gedauert hätte – mit und ohne Ukraine-Krieg. Ich habe sie als starke Frau eingeschätzt – das ist sie anscheinend nicht. Ich gehe davon aus, dass sie „ihre Schäfchen im Trockenen hat, der Erlös für eine ihrer Luxuswohnungen an allerbesten Adressen würde ich wohl ein sorgloses Leben ermöglichen. Und in Russland findet sich sicher eine Aufgabe für sie, die ihren realistischen Zukunftschancen angepasst ist. Da bräuchte sie auch nicht ihr -bei guter Beleuchtung – noch immer hübsches Gesicht verlieren!

Und ob der Met-Herr  vielleicht einmal („Besserung“ bei Netrebko vorausgesetzt) zu einem Gespräch bereit wäre, hat sie eigentlich auch nicht mehr zu interessieren. So würde eine stolze Frau handeln, nicht auf die Gunst von „Gartenschlauch-Rückgrat-Besitzern“ hoffen! Meine Frau würde mit Herrn Gelb kein Wort mehr wechseln!

Aber offenbar ist sie anders gepolt – und das geht mich auch nichts an!

Künstler sollten sich aus der Politik raushalten, auch jene, die glauben, nun an der richtigen Seite zu stehen. Damit meine ich gar nicht den Ukraine-Krieg, Künstler melden sich auch wegen jedem Schmarren zu Wort! Dabei haben sie in den meisten Fällen ohnedies nichts Bemerkenswertes zu sagen. In der Politik ändern sich die Dinge blitzschnell! Was die richtige Seite ist, wird die Zeit weisen.

Berlin
Folge der Coronapandemie: Besucher meiden Berliner Theater und Orchester
Die Berliner Bühnen haben 2021 zwei Millionen Karten weniger verkauft als vor der Pandemie. Ein neues EuGH-Urteil entlastet die Anbieter allerdings – zum Nachteil der Verbraucher.
DerSpiegel.de

Wiener Symphoniker positionieren sich 2022/23 „Inmitten der Stadt“
WienerZeitung.at

Wiener Symphoniker spielen 2022/23 auch in Beisln und im Prater
Orchester plant 183 Konzerte in der kommenden Saison, Johannes Brahms und Franz Schmidt werden Schwerpunktkomponisten
DerStandard.at

Opéra National de Paris: Präsentation der neuen Spielzeit 2022/23

 Am Tag nach der besuchten Vorstellung gab der Intendant Alexander Neef seine erste Pressekonferenz „in live“ (letztes Jahr hatte es nur einen Stream geben können). Er empfing im berühmten Ballettproberaum unter der Kuppel des Palais Garnier, zusammen mit der Ballettdirektorin Aurélie Dupont. (Der verfrüht angetretene Musikchef Gustavo Dudamel ist noch nicht ganzjährig in Paris.) Neef zeigte sich bescheiden und als kluger Diplomat. Denn bevor man überhaupt etwas über die Pariser Oper sagen und schreiben kann, muss man sich vor Augen halten, unter welchen Bedingungen man seit zwei Jahren hier (nicht) arbeitet. Das ist eine vollkommen andere Situation als z. B. an der Wiener Staatsoper. Dort schrieben Dominique Meyer und Thomas W. Platzer am 12. Februar 2021 stolz im Geschäftsbericht, dass der „Eigendeckungsgrad“ 32 % betrug. In Paris bekommt die Oper nur 43% ihres Budgets vom Staat. Sie muss also nicht 32 % sondern 57% selbst verdienen und das ist „gefühlt“ fast doppelt so viel. In den letzten zehn Jahren ist die staatliche Subvention dazu de facto um 13 % gesunken, was jede Spielzeit finanziell zu einem Drahtseilakt macht(e)…

Mehr darüber in den „Infos des Tages“ (Waldemar Kamer)

Opera National de Paris: Cendrillon

Paris: „Cendrillon“ (Massenet) Opéra National de Paris 29. 3. 2022

Erstaufführung an der Pariser Oper und Präsentation der nächsten Spielzeit 2022/23


Cendrillon (Tara Erraught) schläft nicht im Kamin, sondern im Ofenrohr einer gigantischen Maschine, die rosa Ballkleider macht – die nicht für sie bestimmt sind. Foto: © Monika Rittershaus / Opéra National de Paris  

Waldemar Kamer aus Paris: Sie haben richtig gelesen: „Erstaufführung“! Und das bei einem der erfolgreichsten französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, der 35 Opern geschrieben hat, die beinahe alle in Paris uraufgeführt wurden. Aber die meisten in der Opéra Comique, weil Massenet dieses „genre“ mit gesprochenen Dialogen besonders liebte und sein Talent sich in dem kleineren Haus besonders gut entfalten konnte. Dort war er bis 1950 der meist gespielte Komponist (gleich nach Bizets „Carmen“), bis sein Stern erlosch und nun langsam an den großen Oper wieder zu strahlen beginnt (im Januar gab es nun auch eine erste „Cendrillon“ an der Met in New York, sei es in einer stark gekürzten englischen Fassung). Nachdem man an der Opéra de Paris im 21. Jahrhundert schon „Werther“ und „Manon“ mit Erfolg (wieder) spielt, holt der Intendant Alexander Neef nun „Cendrillon“ [Aschenbrödel] an das große Haus. Eine wunderbare Märchen- und Feen-Oper, en Meisterwerk – wenn man den richtigen Ton trifft…

Zum Bericht von Waldemar Kamer

Oper Graz: Zum letzten Mal: „Schwanda der Dudelsackpfeifer“

Copyright: Oper Graz

Am Sonntag, 3. April wirbelt „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“ zum letzten Mal über die Opernbühne: Dirk Schmedings Inszenierung der tschechischen Märchenoper von Jaromír Weinberger erzählt rasant und in phantasievollen Bildern vom dudelsackspielenden Bauern, der auf seiner Reise die Eiskönigin trifft und buchstäblich durch die Hölle geht, um schließlich wohlbehalten daheim anzukommen, wo es „doch am schönsten ist“.
Diese letzte Vorstellung wird vom tschechischen Dirigenten Robert Jindra dirigiert, es singen Petr Sokolov (Schwanda), Matthias Koziorowski (Babinský), Polina Pastirchak (Dorotka), Anna Brull (Königin), Daeho Kim (Magier) und Wilfried Zelinka (Teufel)…

Zum letzten Mal: Sonntag, 3. Apr 2022, 15 Uhr
Anschließend an die Vorstellung: Nachgespräch im Galeriefoyer (Eintritt frei)
Märchenoper von Jaromír Weinberger
Informationen & Tickets

MAILAND: Schauspieler Gregor Bloeb probt für den Haushofmeister in „Ariadne auf Naxos“

15. April bis 3. Mai
Dirigent: Michael Boder

Inszenierung: Sven Eric Bechtolf

CAST

Der Haushofmeister Gregor Bloéb
Ein Musiklehrer Markus Werba
Der Komponist Sophie Koch
Der Tenor/Bacchus Stephen Gould
Ein Offizier Hyun-Seo Davide Park
Ein Tanzmeister Norbert Ernst
Ein Perückenmacher Paul Grant

Ariadne: Krassimira Stoyanova

Zerbinetta: Erin Morley

Gregor Bloeb, Nina Proll und GG in der Mailänder Scala nach „Don Giovanni“

Norbert Ernst – von Tannhäuser in Wuppertal zum Tanzmeister an der Scala – das nennt man „breitgestreutes Repertoire“

Wuppertal/ „Tannhäuser“
Sängerwettstreit im Kiez
n Wuppertal gab der neue Generalmusikdirektor Patrick Hahn seinen grandiosen Einstand am Opernhaus mit Richard Wagners „Tannhäuser“. Die Titelrolle sang Norbert Ernst.
rp-online.de

Wartburg in der Kölner Keupstraße
…Sein Debüt in der Titelpartie gibt Norbert Ernst, den man in den letzten Jahren vor allem als Loge im Rheingold, David in Die Meistersinger aus Nürnberg und Erik im fliegenden Holländer erlebt hat. Ernst verfügt über einen recht hellen
Tenor, der die für die Partie erforderlichen Kraftreserven besitzt. Bei der großen Romerzählung im dritten Akt weiß er noch mit großer Dramatik zu glänzen. 
https://www.omm.de/veranstaltungen/musiktheater20212022/W-tannhaeuser.html

Haydnregion Niederösterreich 2022

 

Unter dem Motto „Faszination Haydn‟ feiert die „Haydnregion Niederösterreich“ 2022 ihren fünften Geburtstag ― mit Klassik vom Feinsten an zauberhaften Locations.

Unter dem Motto „Faszination Haydn“ präsentiert die „Haydnregion Niederösterreich“ — ein Projekt der
Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ in Kooperation mit „Römerland Carnuntum“ — von 27. März bis 4.
Dezember 2022 ein durch Joseph und Michael Haydn inspiriertes, künstlerisch hervorragend besetztes Programm mit 30 Veranstaltungen an 14 Standorten in 10 Gemeinden des Bezirks Bruck an der Leitha…

Karten-Preise: 7,00 Euro bis 35,00 Euro/Karte
Karten-Info & Bestellung:
HAYDNREGION NIEDERÖSTERREICH, Tel.: +43 (0)2164/2268,
tickets@haydnregion-noe.at, https://www.haydnregion-noe.at/karten.html

Ausführlicher in den „Infos des Tages“

Wienerlied-Festival wean hean startet im April in Wien
Der April bringt den Startschuss für das Wienerlied-Festival wean hean – und zwar in Wien-Ottakring. Es handelt es sich dabei um die bereits 22. Auflage.
Vienna.at

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 31. März 2022
MORBIUS
USA  /  2022 
Regie:: Daniél Espinosa
Mit: Jared Leto, Matt Smith, Adria Arjona u.a.

Es gibt Filme, die sind a priori großer Beachtung sicher, ganz ungeachtet ihrer Qualität. Was sich in den großen Universen von Marvel  & Co. abspielt, hat seine Fans. Dort stand Dr. Michael Morbius in der Welt rund um „Spiderman“ bisher nicht im Zentrum (obzwar eine Gegenfigur dieses Helden), aber im Zeitalter der rabiaten Verwertung aller Marken ist nun auch er in einem Spin-Off alleiniger Held eines Films. Eines ziemlich langweiligen allerdings, um das gleich voraus zu schicken.

Morbius ist thematisch einerseits eine Jekyll / Hyde-Variation, andererseits geht es um Vampyrismus, denn aus Fledermaus-Blut hat der gute Doktor (Nobelpreisträger für Biochemie) jenes Kunstblut geschaffen, das für allerlei Krankheiten heilend wirkt – darunter für die Blut-Defekte, unter denen er und sein Freund Milo leiden…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Weitere Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine
 Nach britischen Aussagen verlegt Russland Truppen von Georgien in die Ukraine: Russland verlegt angeblich Teile seiner Streitkräfte aus Georgien, um seine Invasion in der Ukraine zu verstärken. «Zwischen 1200 und 2000 dieser russischen Truppen werden in dreifache taktische Bataillonsgruppen umorganisiert», teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Dies sei bezeichnend für die unerwarteten Verluste, die Russland während der Invasion erlitten habe, hiess es weiter.
Zu den neusten Entwicklungen
Russland setzt umstrittene Streubomben in der Ukraine ein: Videoaufnahmen und Bilder von Blindgängern in den sozialen Netzwerken weisen schon seit Beginn des Krieges darauf hin, dass Russland grossflächig Streubomben gegen die Ukrainer benutzt. Betroffen sind dabei vor allem Wohngebiete mit Schulen, Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen in den Grossstädten Charkiw, Cherson, Mariupol und Donezk. Wo genau, zeigt unsere Karte.
Zur Analyse
 Psychologische Dienste in Russland werden von Anfragen überhäuft: Viele Russinnen und Russen plagen Schuldgefühle angesichts des Krieges in der Ukraine – obwohl sie diesem im Alltag nicht begegnen. In den vergangenen Wochen erleben Anlaufstellen einen regelrechten Ansturm, die Nachfrage nach Psychologen steigt an – und das, obwohl Psychologie und Psychiatrie in Russland auch aus historischen Gründen einen schweren Stand haben.
Zum Bericht

Zitate Ende

Rohstoff aus Russland
Selenskyj übt heftige Kritik an Diamantenhandel
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat an Donnerstag in einer Rede vor dem belgischen Parlament den Zugang russischer Schiffe zu europäischen Häfen und den anhaltenden Handel mit Diamanten angeprangert. In diesem Zusammenhang stellte er indirekt die Frage, ob russische Rohdiamanten wichtiger wären als der „Kampf für die Freiheit und gegen die Tyrannie“?
https://www.krone.at/2670390

„Verträge gestoppt“ – Putin macht knallharte Gas-Ansage
Wladimir Putin hat angekündigt, dass westliche Staaten Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um weiter russisches Gas zu erhalten.
Heute.at

Mit 31. März wurde bei uns die Heizperiode beendet, wir halten uns an den Kalender, nicht an die Temperaturen! Notfalls haben wir noch einen Holzofen – im Wienerwald liegt genug Brennholz heum!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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